Patient, Der

John Katzenbach Ð Der Patient

Am Abend seines 53. Geburtstages verwandelt sich das Leben des New Yorker Psychiaters Dr. Frederick Starks in einen Albtraum. Im Wartezimmer seiner Praxis liegt ein Brief mit der Überschrift »Willkommen am ersten Tag Ihres Todes!« – unterzeichnet von einem »Rumpelstilzchen«. Starks hält das zunächst für einen üblen Scherz, doch er wird auf grausame Weise eines Besseren belehrt. Der Unbekannte zwingt ihn zu einem teuflischen Spiel: 15 Tage lässt er seinem Opfer, um herauszufinden, wer »Rumpelstilzchen« in Wahrheit ist. Sonst wird er Starks Familie einen nach dem anderen umbringen – es sei denn, der Psychiater gibt auf und opfert sein eigenes Leben. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt…

Sprecher: Simon Jäger

Gekürzte Lesung, 6 CD, Spielzeit: 424 Minuten

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Stell Dir vor Du wärst gläsern. Du selbst und Dein ganzes bisheriges Leben – Privates, Arbeit und der ganze Rest. Zumindest für einen Menschen. Und dieser Mensch hasst Dich so sehr das er Dich tot sehen will. Und er hat die Möglichkeiten dies auch umzusetzen, finanziell wie technisch. Eine wahre Horrorvorstellung. Doch Dr. Frederick Starks ergeht es so. Er erfährt wie es ist wenn ein Psychopath die Möglichkeiten hat sein Opfer zum willenlosen, oder fast willenlosen, Spielball seiner kranken Fantasien zu machen – denn Glas zerbricht sehr leicht.

Dachte ich Anfangs ich hätte schon eine Menge Thriller gelesen, gesehen oder gehört und dieser wäre sicher nur eine Variation des Themas, so irrte ich mich gewaltig. Ich kannte bisher noch nichts von John Katzenbach und muss sagen das ich wohl etwas verpasst habe. Mag es auch zum Teil an Simon Jägers Lesung liegen, so fesselte mich diese Geschichte bereits ab der Hälfte der ersten CD so, das ich nicht mehr aufhören wollte weiter zu hören. Dies gestaltet sich bei einer Spiellänge von 6 CD jedoch etwas schwierig und so ließen sich Pausen während des Hörens nicht umgehen.

Die Ohnmacht mit der Dr. Frederick Starks zusehen muss wie jemand sein komplettes Leben umkrempelt und ihm alles nimmt was er besitzt, ohne das er sich dagegen zur Wehr setzen könnte ist beängstigend. Denn es ist nicht so weit an den Haaren herbei gezogen das jemand mit genug Vermögen und Wissen solch eine Tat in die Realität umsetzen könnte.

Katzenbach spielt mit dem, in diesem Fall, Zuhörer. Unerwartete Wendungen der Geschehnisse sind keine Seltenheit und gewisse Begegnungen, die der Doktor hat, sind so verstörend das man sich doch eines gewissen Mitunwohlseins nicht erwehren kann. Die atmosphärische Dichte der Geschichte/Lesung ist so kompakt wie ich es nur sehr selten erlebt habe. Nicht mitzufiebern oder sich gar nur als unbeteiligter Beobachter in die ganze Sache einzubringen, war mir absolut unmöglich.

Die Sprecherleistung die Simon Jäger hier abliefert ist faszinierend. Er spielt die einzelnen Charakter zwar nicht komplett aus, aber er unterscheidet sie doch. Ein kleiner Akzent, ein leichtes Lispeln, die Stimme ein wenig mehr nach oben oder unten verschoben oder tieferes Atmen – jede Figur bekommt ihre Eigenheit verpasst und behält diese auch, selbst wenn sie erst später in der Geschichte nochmals auftaucht. Da ist/wirkt nichts zusammen geschnitten oder ge-x-t (wie man so schön in Neudeutsch sagt). Er schaltet in einem Atemzug zwischen Zwei unterschiedlichen Personen so schnell hin und her das ein Spaß ist ihm zu folgen. Er schafft es den problemlosen Einstieg in die Geschichte schnell zu ermöglichen und ist in der Lage, über die ganze Hörbuchlänge hinweg, eine gewisse Spannung zu halten und das Interesse an den nachfolgenden Ereignissen stets hoch zu halten. Wechselndes Erzähltempo und geschickt eingesetzte kurze Pausen tun ihr übriges zum wohligen Thrillererlebnis.

Psychologische Gänsehaut die einem den Atem stocken und die Nackenhaare aufstellen lässt…Soundsystem-BLAU

 

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