01 – 1 Uhr 23

Die angesehene Wissenschaftlerin Dr. Elisabeth Ambrose entwickelte ein Gateway, das es möglich macht, andere Zeitlinien zu erforschen und mit diesen in Kontakt zu treten. Doch nicht alles läuft wie geplant: nach Inbetriebnahme erscheinen unkontrolliert Personen aus anderen Zeitlinien in der Hiesigen – die sogenannten Anomalien. Das gut versteckte Anomalia ist eine Zufluchtsstätte dieser Gestrandeten und beheimatet nach und nach Menschen unterschiedlichster Herkunft. Doch jede vielschichtige Gesellschaft birgt etliche Konflikte. Nicht nur von seinem Inneren droht Anomalia Gefahr, eine Spezialeinheit der Regierung soll den geheimen Ort Anomalia aufspüren und alle Einwohner restlos eliminieren.

Vor geraumer Zeit gewann ich eine Promo-CD bei der es sich um die Demofolge der Serie „Anomalia“ handelte. Als ich mich schlau machte, um was es sich denn handeln könnte, fand ich ein Startnext-Projekt, welches auf gutem Weg war komplett finanziert zu werden, was keine Selbstverständlichkeit ist. Danach kam die Nachricht (auf Facebook) das sich Lübbe der Vermarktung der anstehenden Serienproduktion angenommen habe.

So weit, so… ja was eigentlich?

Normalerweise soll man sich ja neuen Projekten gegenüber aufgeschlossen zeigen und erstmal im Zweifelsfall für den Angeklagten entscheiden, doch das ist nicht so einfach, wenn es um Qualität und die dafür aufgerufenen Zahlungsmittel geht.

War die Demofolge noch nett anzuhören und machte den Eindruck einer semiprofessionellen Hobbyproduktion, so war daran sicher auch die Kürze des Hörspiels schuld. Bei der ersten „normalen“ Folge sieht es allerdings bereits ein wenig anders aus.

Die Geschichte ist interessant, doch trägt eine gute Story kein Hörspiel, wenn der Rest nicht stimmt, oder zumindest nicht auf dem gleichen Niveau angesiedelt ist.

Die Soundkulisse und die Musik treffen ebenfalls den Punkt, welchen ich bei einer zu bezahlenden Hörspielproduktion erwarte – wobei ich anmerken muss, das mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Das erschaffene Klangumfeld und der Soundtrack sind wohl temperiert und nicht zu aufdringlich untergemischt, doch damit habe ich bereits alle positiven Eindrücke meinerseits ausgeschöpft.

Der große Knack- und Minuspunkt sind die agierenden Sprecher, oder gerade das Fehlen der eigentlich zu erwartenden Agitation.

Bei allen Stimmen scheint es sich um semiprofessionelle Nichtschauspieler zu handeln, was man in jedem Satz schmerzlich bemerkt. Der einzige Name auf der Liste, welcher mir bekannt war, war Jan Langer, der allerdings nicht wirklich zum Tragen kam.

Nun mag man sicher schreien „Aber man muss auch Nachwuchstalenten eine Chance geben!“ und das ist auch richtig, doch konnte ich hier leider keine wirklichen Talente entdecken.

Im Abspann muss ich sagen, dass die erste Folge der Serie „Anomalia“ wieder ein ungutes „Wir haben aber nicht mehr 2002!“-Feeling bei mir hinterlassen hat.

Es gibt ein paar wirklich gute Punkte am Hörspiel selbst, doch leider sind eben die Sprecherleistungen das, was alles zu Fall bringt. Mit keinem der Charaktere habe ich gelitten oder mich nur im entferntesten identifizieren können, denn alle Figuren wirken eher wie die distanzierte Ausgabe eines lebedigen Wesens, welches eher in einem Hörbuch abgelesen agierte, statt mir etwas vorzuspielen.

Schade, aber meinen Nerv hat man nicht treffen können.

 

 

Anomalia

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.