01 – Exit-US, kein überleben geplant

Danger-01Die Zukunft hat längst ihren Glanz verloren. Und für Ray Lovelock gilt das im Speziellen. Der durchtrainierte MI-6 Mann wendet sich daher an „Exit-us“. Ein amerikanisches Unternehmen, das Lebensmüden seine Dienste anbietet. Wer „Exit-us“ sein Leben in die Hände legt, verliert es mit Stil. Der Kunde kann sich im Katalog aussuchen, bei welcher Katastrophe, bei welchem todbringenden Ereignis der Vergangenheit er sterben möchte. Der „Navigator“, eine Zeitmaschine, bringt den Kunden an den Ort seines raschen Todes. Doch bei Ray, bei dem so vieles im Leben schiefgelaufen ist, gibt es einen Zwischenfall. Er landet in der falschen Zeit und am falschen Ort. Und noch schlimmer: Er überlebt. Während er sich durch das brennende London von 1666 kämpft, flackert sein Lebenswille wieder auf. Aber die Konzernleitung, die hinter „Exit-us“ steht, hat vorgesorgt. Sie schickt ihm den „Tracer“ hinterher. Einen Killer, der eigens dafür ausgebildet wurde, Gestrandete in der Vergangenheit aufzuspüren und zu eliminieren. Bevor diese Gelegenheit haben, in den Verlauf der Geschichte einzugreifen.

TrennstrichSein Leben zu beenden wenn es nicht mehr in den Bahnen läuft wie man es sich wünscht – das ist sicher der Wunschgedanke von Vielen. Was wäre wenn man dies in einer Gesellschaft tun könnte die diesen Umstand als kommerziellen Aspekt ausnutzt und über eine Technologie verfügt mit der man sich selbst bei einer großen Katastrophe der Weltgeschichte töten lassen kann?

Doch jede Technik hat ihre Tücken und selbst eine Tötungsrückversicherung kann einer Funktionsstörung unterliegen. Also muss man dafür sorgen das etwaige Überlebende des eingleisigen Zeitsprungs aus der Welt geschaffen werden um die Zeit nicht durcheinander zu bringen. Und was wen der zugedachte Delinquent sich dazu entscheidet doch wieder einen Sinn im Leben zu haben?

Ein interessante Idee liegt diesem Hörspiel zu Grunde und man hat diese auch sehr ausführlich und packend umgesetzt. Zwar ist nicht Action-Jackson hier am Werk, doch die tiefer gehenden Momente werden immer wieder von Verfolgungs- und Überlebensszenen aufgelockert.

Die Hauptrollen sind mit Melanie Manstein und Tobias Lelle perfekt besetzt. Alleine schon der Umstand das Lelles recht helle Stimmlage ihn nicht wie eine Actionhero-Kopie wirken lassen kann trägt zur Glaubhaftigkeit, im Rahmen der phantastischen Grundlage, der Produktion bei. Beide Sprecher liefen eine guten und lebendigen Job ab. Torsten Münchow geht ebenfalls mit Bravour als „Tracer“ durch und wirkt zu jeder zeit bedrohlich genug um ein wenig dunkel Befürchtungen beim Zuhörer, was das Überleben der Hauptcharaktere angeht, zu wecken.

Doch leider sind nicht alle Sprecherleistungen so überzeugend geraten. Hartmut Neugebauer, welcher es eigentlich besser können sollte, wirkt gestakst und sein Charakter erscheint akustisch wie der zu steif geratener Schattenriss eines Menschen. Auch Fritz von Hardenberg macht eher den Eindruck eines fast schon paralysierten Charakters und dem „Ingenieur“ fehlt jede Lebendigkeit. Auch Norbert Gastell darf sich wieder einmal damit rühmen langweilige und einschläfernde Dialog abliefern zu könne die wie am Fließband produziert wirken. Es ist jedoch von großem Vorteil das alle diese Sprecher nur recht unwichtige Nebenrollen ausführen und somit auch nicht wirklich den Gesamtkontext auseinander reißen können.

Die Inszenierung im Effekt- und Musikbereich ist zwar relativ opulent, im Gegensatz zum Vorgänger, doch immer noch so zurückhaltend das selbst die Explosionen nicht den Sprechern die Möglichkeit nehmen im Vordergrund zu bleiben.

Kurzweilige Unterhaltung der phantastischen Art und ein gute Grundidee sehr hörenswert umgesetzt…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.