13 – Amoklauf der Mumie

John Sinclair Classics 13Jahrzehntelang versuchten Archäologen vergeblich, das Rätsel um die Mumie des ägyptischen Herrschers An Chor Amon zu lösen. Erst der Expedition von Professor Cornelius ist der Erfolg vergönnt, die geheime Grabkammer zu finden. Doch noch bevor er und seine Helfer die Pyramide wieder verlassen können, gibt es das erste Todesopfer. Den skrupellosen Cornelius hält das nicht ab, die Mumie nach London zu bringen, um sie der Öffentlichkeit vorzuführen. Dort nimmt das Unheil seinen Lauf…

TrennstrichDem Nichtkenner der Romanvorlage, also auch mir, kommt sicher zuerst der Gedanke „Schon wieder eine Mumie!“ in der Sinn. Zwar lässt sich dieser bandagierte Gruselgeselle nicht auf andere Storywege ein, doch sein Umfeld ist nicht wie gewohnt mit Stereotypen bevölkert.

Der erwartete Trottelprofessor mit gutmütigen Absichten ist hier nicht zu finden, denn Professor Cornelius ist alles andere als nur darauf bedacht Geschichte an den Mann zu bringen. Somit hat Peter Weis die Möglichkeit sich in einem Charakter auszuleben, der unangenehmer kaum sein könnte. Dies bewerkstelligt er mit Perfektion und einer akustischen Boshaftigkeit, die den Wunsch bei mir erzeugte den Kollegen so unangenehm wie möglich ins Gras beißen zu hören.

Auch Dietmar Wunder und Detlef Bierstedt sind hier in vollem Gange, als Geisterkillergespann, welches noch Biss und Muße hat sich dem Übernatürlichen auf lebendige Art entgegen zu stellen. Für mich beginnen die Classics die alte, teilweise angestaubt, Tante EDI2000 zu übertrumpfen. Keine leblosigkeit in der darstellung eines Frank Glaubrecht – an dem ich mich wohl so langsam satt gehört – und er scheinbar an der Rolle satt gespielt. Ebenfalls lebendig sind Christine Pappert, Hasso Zorn, Andreas Mannkopff und Co. bei der Sache.

Die Mumie auf dem Cover wirkt als sei sie einem Mel Brooks-Streifen entsprungen. Da könnte man von Timo Wuerz ein wenig mehr „Grauen“ in den Darstellungen erwarten und natürlich auch erhoffen das der Auftraggeber mehr Wert darauf, als auf unfreiwillige Comedytypen legt.

So richtig schön gruselig ist es geworden, das Schauerstückchen, denn die Atmosphäre der Umsetzung kann durch Düsternis und unschöne Charakterzeichungen punkten. So hätte die EDI2000 sein können, doch stellt sich die Frage ob sie sich so den Maßen erschlossen hätte.

Dennis Ehrhardt hat sich in meinen Augen mittlerweile in beiden Serien bewährt, auch wenn er den Classics einen spürbareren Stempel aufgedrückt hat als der EDI2000 – doch das kann noch kommen…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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