06 – Ghost

Hellboy-06Arcadia ist seit über hundert Jahren bekannt als Stadt der Bandenkriege und Morde. Und nun treibt dort auch noch ein Geist sein Unwesen. Zeit für HELLBOY, den coolsten Agenten der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen, dem ein Ende zu setzen. Aber HELLBOYs altbewährte Methode, Probleme mit der Steinfaust zu lösen, ist bei einem Geist vollkommen wirkungslos. Noch dazu, bei dem Geist einer Frau, die von Rache getrieben ihren Weg mit Leichen pflastert…. und das in einem echt scharfen Outfit. Doch damit nicht genug:. Ein wahnsinniger Dämon benutzt „Ghost“ um an HELLBOYs geheimnisvolle rechte Hand zu gelangen und der rote Ermittler aus der Hölle muss sich auch noch mit Steinmonstern und Schweinemenschen herumschlagen.

TrennstrichDer Independent-Comic-Gigant Dark Horse erwies sich Anfang der 90er Jahre als gutes Zuhause für Autoren und Zeichner die sich von der Masse der normalen Comicproduktionen abheben wollten. Viele namenhafte Comicgrößen kamen dort unter und gründeten, unter anderem, das Imprint „Legend“. Dort kam Mike Mignolas „Hellboy“ unter und auch andere Unterwelten wurden bei Dark Horse erschaffen.

1993 brachte man „Comics Greatest World“, eine wöchentlich Anthologie die eine komplett neue Welt und komplett neue Helden vorstellen sollte – unter anderen wurde dort auch „Barb Wire“ geboren, deren Film (mit Pamela Anderson in der Titelrolle) auch in Deutschland recht bekannt wurde.

In „Week Three“ erblickte „Ghost“ in dieser Anthologie, gezeichnet von Adam Hughes, das Licht der US-Comicwelt. Elisa Cameron (Ghost) ist tot, doch ist sie eine geisterhafte Erscheinung welche auch feste Gegenstände in die nichtstoffliche Ebene versetzen kann. Wenn sie sich konzentriert kann sie eine feste Gestalt annehmen und sie hat einen Schwachpunkt welchen sie nicht durchdringen kann, das Material Jade. Die Figur wurde recht gut angenommen und so kam es bald zu einem Crossover mit Hellboy, welches im Mai und Juni des Jahres 1996 erschien und in dieser Folge verarbeitet wurde.

Auch wenn diese Story nicht viel zu tun hat mit dem roten Faden der ganzen Serie, so bringt sie doch etwas hinein das ich bisher vermisst habe, eine Menge Action und ein sehr ansprechend hohes Tempo. Vorteil solch eines Crossovers ist es immer, das sich die beiden Charaktere zwar auch erst (normalerweise) kennen lernen müssen, doch kann es danach zur Sache gehen ohne das man beide Universen weiter großartig berücksichtigen müsste.

Zur Action auch die Komik? Bitte nicht! Sicherlich ist der Charakter Hellboy mit einer Menge triefendem Sarkasmus versehen, doch sollte man sich nicht zu weit hinaus wagen und sich in fast comedyhaften Elementen verirren. Wenn Hellboy sich über einen Gegner lustig macht, ok, aber hier wurde mir ein wenig zu viel des guten geboten. Sicher ist es auch mal nett einen Ausflug mit dem Horn- und Schwanzträger zu machen der nicht ganz so düster und depressiv bedrückend ist wie bisher, aber zur Gewohnheit sollte dies nicht verkommen. Die Comicfarben sind gewollt sehr dunkel und auch nur wenige, auch heutzutage noch…

Auch zum sechsten Mal macht Tilo Schmitz eine gute akustische Figur als Höllenjunge. Auch der Rest ist wieder gut besetzt und macht sich die Mühe seine Rollencharakter glaubhaft zu beleben. Helmut Krauss nervt bereits ab der ersten Sekunde als „Big Boss“, was der Rolle sehr zuträglich ist. Ranja Bonalana kommt immer noch viel zu kurz, subjektiv gesehen, in der Rolle der „Liz Sherman“welche sie gleichzeitig verletzlich und mit viel Kraft spielt.

Auch Klaus Dittman, Robert Missler, Kurt Glockzin, Kim Pfeiffer, Bernd Hölscher, Helmut Gentsch, Peter Weiss, Jürgen Holdorf, Wolfgang Bahro, Günter Merlau und Co. Machen ihren Job gut hörbar. Simona Pahl, als „Ghost“, ist ebenfalls ein perfekte akustische Besetzung für die paranormale Ermittlerin.

Mal was anderes und nicht ganz so düster wie gehabt. Ein netter Ausflug in eine andere comichafte Ebene…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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