01 – Blutender Himmel

Projekt-Meru-01Die Zeit verlangsamt sich und Stille erfüllt den Raum um ihn. Tief in seinem Innern erklingt eine Stimme und prophezeit, dass die Mächte der Dunkelheit nach ihm greifen werden. Les Parker ahnt noch nicht, dass sein Wochenendausflug mit seiner Freundin Mary völlig anders verlaufen wird als erwartet: Eine unheimliche Veränderung geht mit ihm vor – eine Veränderung, die sein Leben zutiefst erschüttern wird. Zur gleichen Zeit wird die Vulkaninsel Rangitoto Island vor Aucklands Küste von einem unerklärlichen Erdbeben und mysteriösen Leuchterscheinungen heimgesucht. Parker macht sich auf den Weg, diese Phänomene genauer zu untersuchen. Begleitet von dem undurchschaubaren Klinger beginnt für Les eine Reise in eine Finsternis, die selbst seine schrecklichsten Visionen bei weitem übersteigt!

TrennstrichSich immer wieder neue Welten einfallen zu lassen, ist sicher für die Autoren in der Genreecke Mystery nicht wirklich einfach. Viele der neuen dunklen Welten gleichen bereits existierenden und so konnte ich mir auch zu Beginn den Vergleich mit einem gewissen Mr. Burns nicht aus dem Kopf schlagen.

Doch ist hier schon nach einem Viertel der Spielzeit klar, zumindest vom subjektiven Gefühl her, das sich die Welt des „Les Parker“ nicht in so vielen Verschlingungen verwirren wird und alles ein wenig durchschaubarer bleibt.

Obwohl der erste Teil der neuen Mysteryserie, im Vertrieb von Eins-A-Medien, mehr als genug Fragen stellt, mit einer großen Anzahl von unbekannten Begriffen um sich wirft und auch sonst mehr im Unklaren lässt als das er erklärt, hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl in eine ungeordnete Welt zu kommen, welche sich an Stereotypen bedient und orientiert.

Viel vom Material in den Grundzügen ist bekannt und wird hier auch nicht zum ersten Mal genutzt, doch die Art und Weise der Nutzung ist erfrischend simpel und nicht wirklich so steril wie viele andere Mystery-Produktionen.

Steril wirken jedoch ein paar der Sprecher. Zum Beginn bekommt man einen Erzähler namens Gregor König präsentiert. Der Name sagte mir nichts, doch nach einem Satz war klar das dies die Stationvoice von RTL und er mir akustisch so bekannt ist, weil ich nur wenige Sprecher kenne die in einem Werbetake, im Profi-TV, so viele falsche Betonungen verwirklichen können. Doch ist sein Auftritt glücklicherweise nur sehr kurz, denn den Rest der Zeit fungiert Tobias Meister, in der Rolle des Les Parker, als Erzähler. Ansonsten muss man leider noch Andrea, Heiko und Paul Pinkowski eine gewisse Art von toter Interpretation, als Les Eltern und als Les in jungen Jahren, bescheinigen – dieses jedoch auch nicht lang und auch schnell wieder vergessen.

Der bereits erwähnte Tobias Meister versteht es hier auch wieder gekonnt nicht spielend zu spielen. Mit fast schon stoischer Gelassenheit geht er an die Ereignisse heran und belebt somit den Charakter um so glaubwürdiger, als er es mit zu ausgreifendem Spiel tun könnte. Neben ihm wirkt Silke Haupt, als „Mary“ – Les Frau, in gewissen Szenen so, als würde sie ihren Text vortragend rezitieren, statt ihn wie eine Figur zu „leben“ – ein weiterer Punkt in Sachen „sterile Sprecher“. Der Rest des Cast versteht seinen Job jedoch gut und Engelbert von Nordhausen, Ernst August Schepmann sowie besonders Josef Tratnik verleihen ihren Figuren jede Menge Tiefe und Kontrast.

Für Stimmung sogt ein streckenweise recht ausgefallener Musikscore und der unterlegte Geräuschteppich ist so üppig ausgefallen das man die Szenen problemlos visualisieren kann.

Mystery wie ich sie mir wünsche: Nicht zu verworren, nicht zu düster, nicht zu gezwungen auf irgendwelche Ekelextreme gebürstete und recht leicht verdaulich….Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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