02 – Das Schwert der Templer

Schatzjaegerin-02Das Rätsel um den verfluchten Skarabäus wurde erfolgreich gelöst, wenn auch zu einem sehr hohen Preis. Noch während sich Jaquelines Freunde im Krankenhaus von ihren schweren Verletzungen erholen, wird sie beauftragt ein weiteres Geheimnis zu lüften. Auf der Suche nach einem verschollenen Templerschwert muss sie viel riskieren. Nicht nur der in Aussicht gestellte Gewinn ist ungleich höher als beim letzten Abenteuer, auch ihre Auftraggeber spielen ein falsches Spiel. Und noch ist sie alleine. Oder?

TrennstrichDas Team von Jaqueline „Jack“ Berger ist ein wenig dezimiert worden. Joyce La Fayette und Bob Andrews liegen beide mit schweren Schussverletzungen im Krankenhaus und bei Bob steht das weitere Überleben auf der Kippe. Doch ist Jack keine Ruhe gegönnt. Man trachtet ihr weiter nach dem Leben und der nächste gefährliche Auftrag steht schon in den Startlöchern.

Nicht nur das Abenteuer ist es was Jack diesmal bewältigen muss, auch die Liebe gibt ein kleines Stelldichein. Doch ist Jack nicht der Männerwelt zugeneigt, sondern lehnt das (zukünftige) Angebot von Sarah Stern nicht ab. Auch wenn der Autor sicher meinte damit etwas was ganz außergewöhnliches vollbracht zu haben, so ist diese Einstellung doch eher etwas altbacken. Eine lesbische Heldin ist heutzutage genau so innovativ wie eine Jutetasche, denn die Jahreszahl hat eine 2 vor den restlichen drei Ziffern. Was sicher vor 20 Jahren noch undenkbar und revolutionär gewesen wäre ist heute wohl eher normal und nicht mehr wirklich „shocking“.

Es dauert zwar ein bisschen, da erst einmal alle Haupt- und Nebensächlichkeiten ausgebreitet werden müssen, doch dann kommt auch die erwartete Action auf. Doch sind immer wieder Strecken vorhanden welche das Tempo aus der Folge heraus nehmen. Zuerst geht es actiontechnisch zur Sache dann wird aber wieder recherchiert und das zieht wieder alles in eine langsamere Gangart herunter. Da ist die Ausgewogenheit noch nicht wirklich angenehm zu nennen, doch denke ich das sich mit einer längeren Mission auch etwas ausgeglichenere Momente ergeben werden.

Auch fielen mir ein paar Ausdrücke auf, welche nicht wirklich im aktiven Leben gebräuchlich sind, zumindest was mich betrifft, und sich auch im Mund der Schatzjägerin irgendwie fehl am Platze anhörten. Dinge wie „Wir labten uns…“ und „Wir müssen zuerst eruieren…“ wirken sehr gestelzt und in der Ausführung etwas deplatziert.

Wie auch in der ersten Folge so ist hier ebenfalls der zweite Erzähler, Helgo Liebig, viel zu stark unterbesetzt. Marion von Stengels innere Monologe als Jack erklären zwar die Szenen und Personen, doch wirkt es zu viel des Guten. Sie erzählt und geht danach sofort in die aktive Szene über, ohne dabei jedoch die Art und Weise des Sprechens großartig zu variieren. So kam ich nicht immer sofort damit klar ob das gesagte jetzt für den Zuhörer oder für das Gegenüber der Spielfigur bestimmt war.

Die Sprecher beleben alle ihre Figuren so wie erwartet – also gut und lebendig. Marion von Stengel verfällt sofort in ihre Lara-Croft-Stimme und schafft so das gewünschte Bild, körperlich wie charakterlich, der Abenteuerin mit Leichtigkeit zu erzeugen. Auch lassen sich Stimmen wie Reent Reins, Eckard Dux, Gerhardt Hinze, Klaus Nägelen, Andreas von der Meeden, Karja Brügger und Lea Kohns es nicht nehmen eine glaubhafte Performance abzuliefern.

Besonders gefiel mir hier Newcomer Lea Kohns. Sie erinnert mich irgendwie immer mehr an die junge Reinhild Schneider. Doch empfinde ich ihre Stimme als „echter“ und nicht so künstlich aufgesetzt wie die Leistungen von Frau Schneider. Von Frau Kohns möchte ich sehr gerne viel mehr hören.

Die Musik wirkt teilweise immer noch recht künstlich und steril. Auch wenn sie sicher für die jeweiligen Szenen extra gemacht wurde, so kann sie mich dennoch nicht wirklich komplett überzeugen. Ein paar bessere Stücke sind mittlerweile dabei, doch so ganz homogen wirkt es noch nicht. Besonders die Titelmusik ist irgendwie unpassend aufgrund ihrer Sterilität.

Die Soundkulisse und die Abmischung sind wieder ohne Makel. Die Geräusche passen sich perfekt an und haben auch nicht die Besonderheit die Sprecher zu überdröhnen. Alles ist sehr harmonisch zusammen gemischt und ergibt ein durchgehend stimmiges Gesamtbild.

Die Qualität wird gehalten, bis auf die beiden Umstände das Marion von Stengel zu viel Text hat und das man zwischen Action- und Rechercheszenen noch ein wenig mehr Ausgleich schaffen sollte. Ansonsten ist auch dieses Abenteuer gut hörbar und zumeist sehr kurzweilig…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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