Captain America – The Return Of The First Avenger oder auch „The Winter Soldier“

So weit wie ich mich zurück erinnern kann, haben die Superhelden aus dem Marvel-Universum mein Leben bevölkert, bereichert und mir eines der wohl interessantesten Hobbys auf diesem Planeten beschert – das lesen amerikanischer Comics.

Movie-PosterNicht alle Helden, welche von Jack Kirby, Stan Lee und Kollegen erdacht wurden, fanden über die Jahrzehnte hinweg meinen Gefallen – unter ihnen auch CAPTAIN AMERICA. Als Ergänzung im Jahr 1964 ins Marvel-Universum hinzugefügt, denn er hatte seine ersten Abenteuer bereits während des zweiten Weltkrieges erlebt, sorgte der „Star Spangled Avenger“ schnell für erneute Furore, leitet innerhalb von Nullkommanichts die AVENGERS und setzte sich als eine der erfolgreicheren Figuren im MU durch.

Doch vermochte STEVE ROGERS es niemals wirklich, mich in gedruckter Form zu fesseln. Sicherlich mag dies auch daran liegen das der offensichtliche Patriotismus der Figur mir als deutschem Menschen mit deutschem Erziehungshintergrund vollkommen fremd und recht unverständlich ist – ein HAUPTMANN DEUTSCHLAND wäre bestenfalls eine Witzfigur denn die Symbolfigur eines ganzen Landes.

Iron-ManVerfilmungen des Captains gab es schon früher. Ein Kinoserial, zwei TV-Filme zum Ende der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrtausends und die unerträgliche Verfilmung von 1990 in welcher das Kostüm gut erkennbare und aufgeklebte Gummiohren zierte, mögen wir einfach einmal im barmherzigen Strom der Zeiten vergessend untergehen lassen.

2011 brachte CAPTAIN AMERICA dann endlich den optischen Ruhm und das Interesse meinerseits, das er zumindest cineastisch verdient hat.

Nach dem Erfolg von IRON MAN, sowie IRON MAN 2, leckte MARVEL Blut und machte sich daran das Universum im Kino mehr auszubauen. Mit dem Hintergedanken die AVENGERS irgendwann einmal ins Rennen zu schicken, mussten nun auch die anderen Figuren innerhalb des Teams dem nicht comickundigen Publikum vorgestellt werden.Avengers

Unter der Regie von „Royal Shakespeare Kenneth Brannagh“ gelang es THOR ein recht brauchbares Debüt hinzulegen, während es HULK zum zweiten mal gelang – zuerst mit Ang Lee und jetzt mit Luis Leterrier – eine Bruchlandung abzuliefern, welche dazu führte das Mark Ruffalo nun mittlerweile der dritte BRUCE BANNER auf der großen Leinwand ist.

Nun fehlte also noch DIE strahlende Comicfigur, welche im Kinouniversum gegen TONY STARK einen schweren Stand haben würde, CAPTAIN AMERICA. Ihn mit Chris Evans zu besetzen, hielten viele Fans für einen Missgriff – hatte Evans zwar schon in den beiden FANTASTIC FOUR-Verfilmungen der Neuzeit bewiesen, das er einen Superhelden mimen kann – in diesem Fall JOHNNY STORM aka. HUMAN TORCH – so befürchtet man eine zu starke Verbindung der beiden Charaktere durch ein und denselben Schauspieler.

Doch siehe da: CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER zeigte einen glaubhaften und akzeptablen STEVE ROGERS, der nichts mit JOHNNY STORM gemein hatte.

Nach dem sehr comiclastigen und damit für mich eher langatmigen Origin und dem recht mittelmäßigen Auftritt in THE AVENGERS bekam der Schildträger seinen zweiten Kinoauftritt mit CAPTAIN AMERICA: THE WINTER SOLDIER auf das blau-weiß-rote Kostüm geschneidert.

Und ganz entgegen meiner Erwartung stank dieser Teil nicht vollkommen gegen seinen Vorgänger ab, wie es der zweite THOR so vortrefflich vermocht hatte… THOR – THE DARK BOREDOM. 🙂Thor

Auch wenn mich der anglizistisch eingedeutschte Titel „THE RETURN OF THE FIRST AVENGER“ ein wenig befremdlich stimmte, so trifft er doch den Nagel der Story besser auf den Kopf, denn der WINTER SOLDIER ist nicht wirklich eine tragende Person der Handlung. Zwar ist er eine Figur, welche dem guten Captain hilft sich weiter zu entwickeln, doch letztendlich agiert er nur als Stichwortgeber für diverse Bösewichte und gibt einen Katalysator für Teil 3 ab.

CAPTAIN AMERICA goes James Bond trifft es eher, denn der aufgetaute Superheld betätigt sich als Agent im Namen seiner Exellenz NICK FURY. Unterstützung erhält er von BLACK WIDOW, welche mittlerweile zur besten Kumpeline eines fast jeden Heldenmannes des Marvel-Kinoversum avanciert ist. Auch einen Neuzugang in den Heldenrängen gibt es zu verzeichnen: SAM WILSON aka. THE FALCON. Welcher übrigens noch dieses Jahr in den Comics des Marvel-616-Universums Mantel und Titel des CAPTAIN AMERICA übernehmen wird.

Black-WidowDoch die hier agierende Version des FALCON entspricht eher der des ULTIMATE-Universums von Marvel. Zur Erklärung: Das altbekannte Universum nennt sich „Universe 616“, daneben gibt es unzählige Paralleluniversen wie auch das ULTIMATE, in dem fast jede Figur ebenfalls existiert, welches sich aber eher „realistischer“ aufbaut als das in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts begonnene.

So wie THOR sich mit dem zweiten Film selbstständig demontierte und IRON MAN 3 auch an seine beiden Vorgänger qualitativ nicht im geringsten anschließen konnte, da schwimmt sich CAPTAIN AMERICA 2 frei von seinem behäbigen Vorgänger und präsentiert den Supersoldaten so wie man ihn eigentlich erwartet.

Bereits die Eingangssequenz strotzt nur so vor Patriotismus und der Avenger lässt seinen Gegnern eine Behandlung zuteil werden, wie sie bisher nicht zu sehen gewesen ist. Da fliegen die Hitmen bereits nach einem „leichten“ Klaps mit dem Schild mehrere Meter weit durch die Kulisse und die Überlegenheit des trainierten und chemisch aufgebohrten Homo Superior wird in jeder Einstellung regelrecht zelebriert.

Sharon-CarterDoch auch wenn der komplette Film ein recht ansehnliches Tempo vorlegen kann, so werden die verletzbaren Elemente des Helden nicht außer Acht gelassen. SHARON CARTER aka. SHIELD-AGENT 13 erscheint auf der Bildfläche und lässt auf die Comicromanze hoffen, welche die beiden über lange Jahre hinweg hatten. Die Vergangenheit holt ROGERS immer wieder ein und auch seine ungewisse Zukunft belastet den Krieger für Moral und Gerechtigkeit. Auch machte es mir nichts aus, das die meisten Fights ohne Kostüm bestritten wurden, was mich sonst zu Tode abnervt.

Doch nicht nur die Story und die komplette Inszenierung zeigen wozu Marvel fähig ist, wenn es um die Erzeugung immer neuer Superlativen geht. Wer genau hinsieht und zuhört bekommt schon die ersten Hinweise auf die kommenden Helden und Verfilmungen auf dem silbernen Tablett geliefert. Es werden Heldennamen zitiert und auch dem Nichtcomicleser bisher unbekannte Namen wie STEPHEN STRANGE (Marvels Obermotzmagier) finden Erwähnung.Marvel-Studios-Logo

Alles in allem war CAPTAIN AMERICA – THE RETURN OF THE FIRST AVENGER einer der besseren Eckpfeiler des Marvel-Cine-U. Gemeinsam mit IRON MAN, IRON MAN 2 und THE AVENGERS die wohl beste Verfilmung, welche bisher meine Augen erreicht hat.

Nach den GUARDIANS OF THE GALAXY ist erst einmal Ruhe im Marvel-Karton, denn den nächsten Streifen werden erneut die AVENGERS bevölkern und ich habe große Hoffnungen in die Auftritte von VISION, SCARLET WITCH und QUICKSILVER.

Awesomeness Without Bounds – und das noch zu meinen Lebzeiten. 🙂

 

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Soundsystem-BLAU

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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