Weckruf für das Etwas zwischen den Ohren!

Bitte nicht beleidigt sein, es ist nur meine Meinung – eine Meinung – Lukes Meinung… PEACE, LOVE and HAPPINESS!

Die besten Ideen für einen Blah-Laber-Sülz entstehen bei mir morgens früh während Facebook-Unterhaltungen.

Diesmal ging es um den Umstand das sich die Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“ mittlerweile mit der 171sten Folge in den Läden befindet und gekauft wird. Auch – und gerade – von denjenigen die sich seit dem erkalten der oberen Erdschicht darauf berufen das jede Folge nach #49 Mist und unwürdig sei.

Wieso ist das so? Wieso wird eine Serie – welche mich persönlich problemlos ins Koma schicken kann, was Geschichten und Inszenierung angeht – Heutzutage immer noch so vehement gekauft?

Ist es die Kindheitserinnerung, welche zumindest für die 45 Minuten Spielzeit den Alt-Fan in die emotionale Lage versetzt, sich wieder 10 Jahre alt zu fühlen und unter dem Schutz von Mama und Papa zu stehen, während man Legos unter der Bettdecke baut? Rückerinnerung an bessere, einfachere und verantwortungslosere Zeiten?

Das ist nicht beleidigend gegenüber den ???-Fans gemeint, sondern nur eine subjektive Betrachtung eines Phänomens, welches sich mir noch nicht einmal ansatzweise erschließt und welches ich gerne verstehe möchte.Kopfkratzaffe

Meine große Hörspielbegeisterung beginnt mit Produktionen, welche die Renaissance des deutschen Hörspiels im Jahr 2000 eingeleitet haben. Das meiste VOR Döhring-Sassenberg-Stricker und Co. kann sich nicht gegen die damals aufgestellte Messlatte behaupten – mit Ausnahmen der Geschichten von H.G. Francis – welche eh aus Hollywood geklaut waren – und dem ewigen Fanal gegen Emanzipation „Raumschiff UX3 antwortet nicht“.

Warum, und das ist für mich der größte Knackpunkt, werden Produktionen wie „Team Undercover“ so abgestraft und nicht wirklich flächendeckend gekauft, wie die Dinosaurier „TKKG“ oder „???“?

Vergleicht man die drei Produktionen miteinander, so merkt man, das in allen drei Serien das Herzblut der Produzenten mit einfließt. Leider ist das Herzblut von Heikedine Körting nicht mehr zeitgemäß und kann gegen das eines Christoph Piasecki nicht anpochen – denn da wo „TKKG“ und JustusPeterBob staubhustend durch Tonbandspuren ermitteln, bewegen sich die Detektive des „Team Undercover“ in Geocachingumgebungen und leben in der Neuzeit. Ebenfalls hier, keine Beleidigung gegenüber irgendjemandem, sondern nur das was ich sehe zusammengefasst.

Würde ich Jugendkrimiserien hören, so wären es nicht die von EUROPA, sondern die Serie von Contendo Media. Retro schön und gut, doch ewig nur das gestern sehn, heißt nicht mehr weiter vorwärts gehen – reim dich, oder ich fress dich.

Nächstes Thema: Labelsterben…

Der Hörspieler (nach wie vor die dämlichste Bezeichnung für einen Hobbyisten, die ich jemals vernommen habe) an sich schreit und verlangt immer wieder nach neuem Futter, lässt es aber dann zu oft im Rohr des Presswerks krepieren, da der Bauer nur das zu fressen scheint was er kennt.

So werden dann experimentierfreudigere Hörspielmacher sofort mit einem Nichtbeachten abgestraft, oder – und das ist die humorigste Erklärung für einen Nichtkauf – man (also der Hörspieler) wartet ob sich die Serie weiter entwickelt und wie sie sich entwickelt.

whatWie soll sich etwas entwickeln können das nicht gekauft wird, also nicht genug Schotter auf die Presswerkstrasse wirft um sich selbst am rollen zu halten? Hallo? Katze – Schwanz – autsch!

Als Beispiel hierfür möchte ich aktuell einfach mal die Serie „Mindnapping“ des Labels „Audionarchie“ nennen. Auch wenn mir der Audionarchist Patrick Holtheuer als Internetmensch in Art und Weise komplett zuwider ist, so war es doch ein Versuch mit „Mindnapping“ eine Psychothrillerserie auf die Beine zu stellen um die vor sich hin siechende deutsche Hörspielszene zu bereichern und neues Blut zu generieren.

Ich kenne zwar nicht eine Folge der Serie – verständlich, denn ich höre nichts von jemandem den ich nicht mag und mein Schatten ist bei solchen Sachen zu hoch um ihn mit fast 50 Jahren Erdpräsenz noch zu überspringen – doch wäre es eigentlich logisch gewesen das gerade die Hörspieler aus der Internetszene nach neuem Futter lechzen und die Serie mit offenen Armen empfangen. Scheinbar tun sie das nicht und es scheint das die Serie ein Aus erfahren könnte, welches ich weder Serie noch Macher wünsche.

Und hier komme ich wieder zu Contendo und Christoph Piasecki, denn dessen absolut genial umgesetzte Serie „Mord in Serie“ bekommt ebenfalls nicht die Aufmerksamkeit, welche sie verdient hätte. Neu, innovativ und scheinbar zu angsteinflößend für JustusPeterBobber mit Vergangenheitshang.

Wieso wird dann weiterhin gejammert, das es zu wenig Auswahl gibt, wenn man dem Neuen erst gar keine Chance einräumt? Ist das alles nur dummes Gelaber um des Laberns willen, denn man würde ja eh nicht vom Pfad eines JustusPeterBob abweichen?

Die Macher MÜSSEN scheinbar auf Nummer sicher gehen und das Hörvolk mit dem beschallen das es kennt, um überleben zu können – was mich jetzt dazu bringt die beiden oben erwähnten Label zusammen zu führen, denn Contendo und Audionarchie geben sich ab November 2014 (zumindest meine ich das gehört zu haben) mit dem „Gespenster-Krimi“ die Ehre.

Ich höre schon das Geschrei und Gejammer, denn die Vorlage welche Oliver Döring mit seinen 6 Episoden hingelegt hat wird schwer zu kippen sein, doch erwarte ich so etwas gar nicht. Ich denke das man davon ausgehen kann das Herr Piasecki weiß was er da tut und sich darüber bewusst ist das er Dresche von den Hörspielern beziehen wird, welche eventuell eine nur geringfügige Abweichung vom normalen Ablauf feststellen und sich somit ins Nirvana des Ungewohnten gestoßen fühlen. „Mama, Papa, wo sind Justus, Peter und Bob?“.

wait-whatSorry, ich überzeichne hier gewaltig…

…nicht alle Hörer von Hörspielen sind so gepolt, doch leider so viele, das es neuen Produktionen und Ideen schwer, ja fast schon unmöglich, gemacht wird sich auf dem Minimarkt zu behaupten und zu zeigen das sie besser, aktueller und frischer sind als der überholte Muff aus Kindertagen.

Label wie Contendo Media, Lindenblatt Records, R&B-Company, Gigaphon, Holysoft, Ohrenkneifer, Nocturna, Bellgatto, Audionarchie (hüpf, da war der Schatten), Innovative Fiction und ähnliche verdienen eine Chance. Auch wenn sich einige Macher in Mails wie selbstverliebte Halbgötter mit ADS-Hang zur Kundenbeschimpfung verhalten, sich in Foren wie zerbrechliche Mauerblümchen aufführen um Mitleidsabverkäufe zu generieren oder sich – was die wohl beste und unblutigste Variante ist – komplett aus allem heraus halten: Die Leute versuchen einer Kunst etwas neues abzuringen, welche im Rest der Welt bereits als Kunst anerkannt wurde – in Deutschland jedoch nicht über die Qualifikation einer Kinderablenkungsbeschallung heraus kommt. Nicht Radiohörspiele in ihrer Sterilität beleben das deutsche Hörspiel, es sind Morde in Serie welche von Larry Brent zwar nicht während eines Mindnapping aufgeklärt werden, aber dennoch South Of Market zu finden sind wo sie den Fluch des Humanemy von sich schütteln… ich habe viele Produktionen vergessen und man möge es mir nachsehen.

Hört über den Tellerrand der ??? denn es lohnt sich! Fraktal, Larry Brent, Faith VanHelsing, Mord in Serie, Humanemy, Mindnapping, Der Fluch, Die letzten Helden, Dark Life, Narbenhaut, Grüße aus Gehenna, Terra Mortis, Das dunkle Meer der Sterne, Team Undercover, Gespenster-Krimi, Butler Parker, Doktor Morbius, Gordon Black, Die schwarze Fledermaus, Raumschiff Promet, Sherlock Holmes Phantastik erwarten Euch…

Kommentare erwünscht…

Soundsystem-BLAU

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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