Lukes 2 Cents zu Dankbarkeit oder Oh wie blöd ist Panama?

In letzter Zeit gab es im Hörspieltalk ein paar interessante Diskussionen, welche ich lesend mitverfolgt habe.

Zum einen gab es dort die Frage, ob man den Machern deutscher Hörspiele im Bezahlsektor dankbar sei, für das was sie produzieren. Zu erst einmal ist die Frage sicher nicht unberechtigt, doch zum anderen kann es für mich persönlich nur eine Antwort geben: Nein, ich bin nicht dankbar!

Wieso sollte ich auch?

Wenn ich kein kostenloses Rezensionsexemplar erbitte und mir die Sachen kaufe – was ich bei mittlerweile 99,5% aller meiner neuen Hörspiele tue – so bezahle ich ja den Menschen der es gemacht hat dafür. Sollte ich also dankbar dafür sein, das der Hersteller der Ware mein Geld nimmt, oder doch eher der Hersteller der Ware das ich ihm seine Sachen abkaufe?

In der Internethörspielszene – und wirklich NUR da – geht ein Gespenst um, welches mir ein wenig Furcht einjagt: Das Gespenst der bedingungslosen Nichtkritik. Es geistert bei den Hardcorefans herum indem es die Macher in höchste Höhen hebt und den Fan alles glauben lässt was der Produzent ihm erzählt. Das kann sogar so weit gehen, das sich Hörspieler (da ist wieder dieses saudämliche Wort) vom Produzenten zur Sau machen lassen – per Mail, Facebook oder Forum – und diese Herabsetzung als gegeben hinnehmen. Gibt es nicht? Doch, gibt es!

Wie kommt so etwas. Diese fast schon Hörigkeit gegenüber gewissen Menschen?

Wenn jemand mein Geld haben will, dann möchte ich auch ein Produkt dafür in die Finger bekommen und nicht mit einem „Gib erstmal die Kohle und dann kucken wir mal was wir machen!“ abgespeist werden. Doch auch das funktioniert und lässt mich mit Grauen auf die Internetszene des deutschen Hörspiels blicken.

Kritiker dieser regionalen Verhaltensauffälligkeit werden sofort von den Üddelidüddelis in Grund und Boden diskutiert, auch wenn sie zu 100% – so wie ich es sehe – den klareren Blick haben. Die Schafe hingegen zücken das PayPal-Passwort und geben was sie nur können. Ist das Liebe zum Hobby oder einfach nur eine extrem fest angewachsene rosa Brille, die keinerlei Realitätsfarben durchscheinen lässt?

Erneut ein Phänomen, welches ich nicht einmal ansatzweise nachvollziehen kann. Sind deutsche Hörspielmacher für Hörspieler die unerreichbaren Götter, welche sich alles erlauben können? Es klingt krank, aber in machen Fällen scheint es so zu sein…

Kommentare erwünscht…

Soundsystem-BLAU

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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