Plagiatie, Plagiato! Contendo Du wirst nimmer froh! oder auch „Häh? Rembrandt?“

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Es beginnt in diesem Posting: Plagiator Contendo und geht hier weiter: Plagiatsvorwürfe – Kopie(r)en von Inhalten, Titeln, Covern – Wie weit darf es gehen ?

Was liegt am Strand und spricht undeutlich?

Na?

Na?

Keiner?

Schnedermann?

Richtig: Eine Nuschel!

Soweit erwarte ich jetzt die Klage von Otto Waalkes, weil ich den Namen „Schnedermann“ für die Ausweitung eines Flachwitzes von SWR 3 benutzt habe… und danach kann mich dann der SWR verklagen…

Alta, labers ma wieda Schwachmates um dich Aufmerksamkeit zu sischern weilste inne Stube als frustrierter alter Mann abhängst?

Ja, ich lese diesen Mist tatsächlich den man über mich behauptet, obwohl man es nicht sollte…

Keine Ahnung, was ich hier vor mich hin lalle?

Gut, das zeugt von Kultur und der Vermeidung von Hörspielforen. Weiter so… ich bewundere deine Willenskraft! Ich kann bei verbalen „Unfällen“ meistens nie weg sehen…

Da gibt es eine kleine aber (für mich subjektiv betrachtet) feine Hörspielschmiede in Krefeld, namens Contendo, welche eine Thrillerserie, eine Gruselserie – in Kooperation mit der Audionarchie – und eine Teenie-Krimi-Detektivserie heraus bringt. Also Hörspiele…

Hab ich was vergessen? Achja, das Aschenbrödel, welches zu eigenständig war und nicht den Film 1:1 kopierte… wie kann man nur… unabhängig sein?

Nun ist bereits die Gruselserie bei den Hardcorekassettenkindern in Ungnade gefallen, weil man in der zweiten Episode den unverzeihlichen Fehler gemacht hat sexuelles Leben darzustellen und dies auch noch sehr realistisch in Wort und Ton umzusetzen.

Pfui, exkommunizieren sollte man dieses Pack… diesen Piasecki, diesen Holtheuer und diesen Topf. In der Hölle werde sie schmoren. Nicht in der Hörspielhölle, denn die ist ja im Moment geschlossen.

Aber darum soll es hier nicht gehen. Hier geht es um Plagiatsvorwürfe.

Man legt nun dem neusten Streich des Herrn Piasecki den schalen Nachgeschmack des Plagiates an Harry Potter unter die hörspieltechnische Fussmatte.

Ich gehe sogar noch weiter und möchte dem Herrn noch die befremdlich Benutzung eines Humors in Richtung der Muppet Show unterstellen.

Das der sich nicht schämt?

Tut er nicht (denke ich)!

Wieso auch?

Zu allererst einmal ist es Unterhaltung, welche sich Kinder und auch Erwachsene anhören können. Kinder, weil sie es cool finden und Erwachsene, weil sie sich nicht fremdschämen müssen für tötrööööö, hexhex oder JustusPeterBob. Und wenn jemand Parallelen zu Harry Potter und Co. findet, so darf er sie gerne behalten, was meine Meinung betrifft.

Wenn das eine so verwerfliche Handlung wäre, also eine Welt neu zu bauen die einer anderen Welt irgendwie ähnelt, so müsste man sofort Artemis Fowl, Charlie Bone und diverse andere Romanhelden ins Feuer der Buchverbrennung schicken und deren Autoren des Plagiats anklagen.

Passiert nicht?

Ah… ok!

John Byrne, einer der großen Comickünstler der Neuzeit, sagte einmal das jeder Song bereits mehrfach gesungen, jedes Buch bereits mehrfach geschrieben und jeder Film bereits gedreht worden wäre usw.. Etwas wirklich Neues zu erschaffen ohne sich auch nur im geringsten an etwas bereits existierendem zu „bedienen“ ist nicht mehr möglich, denn die Unterhaltungsindustrie der Neuzeit produziert für jeden das was er mag, so oft er es mag und damit er es mag.

David Eddings hat sogar seine erste Belgariad-Saga in der zweiten Saga kopiert und einfach nur eine Generation von Zauberern hinzu erfunden – die Geschichte ist deckungsgleich.

Es gäbe keinen John Sinclair ohne klassische Horrorliteratur und die Batman-Comics von DC während der 70er Jahre, denn dort hat sich Herr Rellergerd ausgiebig bedient was die Gegner betrifft.

Wer suchet, der wird auch immer etwas finden. Nur ist die Frage, zumindest für mich, ob ich denn wirklich suchen muss? Wenn jemand einen Hörspieltitel und das Motiv des Covers – sagen wir einmal – hommagiert, so ist das sicher nicht die feine englische Art und lässt recht tief blicken. Wenn jemand jedoch eine Welt erschafft – in einem Rahmenuniversum, welches sich bereits mehrfach an anderer Stelle gefestigt hat – so ist es fast unmöglich nicht zu „hommagieren“! Fragt Charlaine „True Blood“ Harris, Cassandra „City of Bones“ Clare, meinetwegen Helmut Rellergerd oder sogar Stephen King.

Keiner regt sich über die 1:1-Kopien eines H.G. Francis auf, wobei es dort selbst ein Tauber ohne Hörgerät bemerkt.

Meinung hin und Meinung her – jeder darf das sagen was er denkt, nur sollte er zuerst einmal nachdenken ob es nicht nur stumpfes Gebashe gegen jemanden ist, den er nicht leiden kann, oder wirklich „fundierte“ Kritik.

George Orwell schrieb einmal „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.“. Jeder Jeck is anners, oder auch: Wäre alles so wie sich wenig es wünschen, wie öde wäre doch diese Welt!

Gute Nacht und gebt bei der Teufelstochter Acht. Ich gehe jetzt wieder in meine dunkle Kammer und altere ohne Aufmerksamkeit vor mich hin.

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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