Marvel und DC, Kino und TV… the best of all Times!

„Mahvel is abba viel bessa als DiehTzieh!“

„Ne, is ga nich. DiehTzieh rockt voll das Haus!“

Boah, mir doch egal…

Als ich aufwuchs waren meine Jugend-Helden nicht im Hörspiel zu finden, denn ich musste noch lesen lernen um mich in trüben und regnerischen Tagen zu unterhalten. Also las ich Bücher und – die in Deutschland immer noch als Kinderkram betrachteten – Comics.

Reeve-SupermanMeine Helden waren „Die Spinne“, „Die Fantastischen Vier“, „Das X-Team“ und andere schmerzhafte Eindeutschungen amerikanischer Comicfiguren. Man bekam sie als Comic, evtl. mal als Actionfigur (auch wenn das damals anders hieß) und damit hatte es sich dann.

Als es Christopher Reeve als Superman in die Kinos schaffte, leuchteten die Sterne vom medialen Himmel der siebziger Jahre des letzten Jahrtausends direkt in die Augen eines jeden Comicfans. Der „Incredible Hulk“ hatte es noch nicht auf die deutsche Mattscheibe geschafft und ich musste ihn per Zimmerantenne auf Ferigno-Hulkeinem tragbaren schwarz/weiß TV betrachten, welches den Empfang eines einzigen holländischen Fernsehkanals ermöglichte.

Dann war Stille, bis auf einen furchtbaren Captain America-Streifen in dem man dem Darsteller Schaumgummiohren ans Kostüm geklebt hatte und eine leider erfolglose Flash-TV-Serie, welche viel zu früh abgesetzt wurde. Dann kam Tim Burtons Batman, die Hoffnungen stiegen und Joel Schumacher richtete den dunklen Ritter dann auf brutalste Art und Weise hin.

So klingen sie, die damaligen Leiden eines Comiclesers, der seine Helden auch gerne einem in Realverfilmungen betrachten möchte.

Heutzutage klingen die Leiden anders. Heute redet man von einer Schwemme an Superhelden in Kino und TV, von einer Übersättigung an Kostümen und Superkräften.

Geht´s noch?

In meinen fast fünfzig Jahren auf Gaia sind die momentanen Zeiten genau die, welche ich mir lange feucht erträumt hatte. Besser wird’s zu meinen Lebzeiten nicht mehr werden.

Avengers_LogoDa bekämpfen die Avengers planetare Bedrohungen aus anderen Dimensionen, da darf Batman einen Stimme haben als mache er Werbung für Halspastillen, da darf ein Superman öfter den Hauptdarsteller wechseln als manche Kassettenkinder die Unterhosen.

Logischerweise ist man mit Kinofilmen nicht in der Lage als Produzent alle Kohle einzustecken, die wir Geeks nur zu bereit sind zu investieren, doch da ist ja auch noch der Small Screen für den es mehr als genug taugliche Helden gibt.

Nun hat jedes dieser Universen seine Vor- und Nachteile.

Zum einen ist es bei Marvel so, das man auf der großen Bühne des Kinos richtig in die vollen geht und im TV eher auf Sparflamme röstet, mit Nebendarstellern aus den Kinofilmen. Das ändert sich gerade ein wenig indem man die ganzen Street-Fighter über Netflix ans lechzende Publikum bringt.

Weder Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage oder Iron Fist werden große CGI-Ausbrüche benötigen um gut über die Runden zu kommen. Die bildgewaltigen Heroen spart man sich fürs Kino auf.

Auch hat man sich darauf besonnen im Kino andere Geschichten zu erzählen als im TV. Ein Kinofilm eignet sich nur wenig zur psychologischen Auslotung der Helden und somit schickt man die Simpel ins Rennen, die man schnell verstehen kann.

Thor = Ich Gott, hier Hammer, da Bösewicht, Mjolnir mach platt!Iron_Man

Hulk = Smash

Captain America = Früher war alles viel besser

Iron Man = Gimme da Bottle…

usw. usw. usw.

Daredevil hingegen ist in der Lage die Geschichte eines Menschen mit besonderen Fähigkeiten zu erzählen, welcher trotzdem am Leben scheitert und dessen volle Härte ab bekommt.

Der Mix aus TV und Kino gelingt hier noch nicht, denn in Agent Carter und Agents of S.H.I.E.L.D agieren nur zweite Geigen, denn die Hard Hitter wären für eine Folge Fernsehserie zu teuer.

Also: Marvel = Universale erschütternde Dummbatzies ins Kino, die Tiefgründer im TV.

Bei DC scheint man sich noch nicht sicher zu sein wie es werden soll, doch eines steht fest: Im Gegensatz zu Marvel grenzt man die beiden Universen voneinander strickt ab.

The_Flash_logoEigentlich die bessere Entscheidung, denn so ist man nicht im Drangsal Ben Affleck als Batman im TV präsentieren zu müssen, sondern kann hier einen eigenen Batman ins Rennen jagen, der billiger zu haben ist. Auch ist es günstiger einen Newcomer wie Grant „Barry Allen/The Flash“ Gustin für eine komplette Staffel zu bezahlen, als einen Henry „Superman“ Cavill für ein Cameo.

Für den Sold, den Cavill und Affleck für eine Film Kassieren, absolvieren Gustin und Stephen „Arrow“ Amell eine komplette Season ihrer jeweiligen Helden. Auch ist man einfacher dran, wenn es darum geht ein Crossover zu veranstalten, wie es die erste Season von The Flash und die dritte Season von Arrow mehrfach gezeigt haben. Connected TV-Universe – eine gute Sache.

Zukünftig werden die Legends of Tomorrow noch mit von der Partie sein – Firestorm, A.T.O.M., White Canary (autsch) und diverse andere DC-Universe-Bewohner. Man munkelt das selbst Supergirl, welche ab Oktober 2015 in die TV-Himmel aufsteigt, die Möglichkeit habe in Arrow, Flash und den Legends zu crossovern, obwohl sie nicht von CW – dem Warner-TV-Haus – sondern von CBS produziert wird. Möglich machen solche Dinge Umstände wie der, das Greg Berlanti da plattformübergreifend die Produktionszügel in der Hand hat.

Jay_Garrick_FlashNun muss man sich eben damit abfinden das TV-Flash nicht gleich Kino-Flash an Darsteller sein wird. Doch auch dies kann man mit dem Hintergedanken verkraften, das es mehr als ein Universum gibt. Wer die letzte Episode der ersten Season von Flash gesehen hat, hat sicher den Helm von Jay „Flash“ Garrick bemerkt, welcher Dr. Harrison Wells dazu brachte schneller aufzubrechen als gedacht – mit dem Kommentar „This is my reminder to leave!“.

Egal was kommt – selbst Gurken wie Ghost Rider – ich nehme es mit offenen Augen in Empfang, denn wieso etwas zu kritisch betrachten, das man sich so lange gewünscht hat und nun endlich erleben kann.

Ob nun Marvel oder DC, connected oder different Universe – mir sind diese Zeiten im Moment die Besten und ich hoffe das es auch noch länger so bleiben wird, denn kurz vor dem Ende habe ich noch die Möglichkeit diverse „Träume“ erfüllt zu sehen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Soundsystem-BLAU

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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