Ruhe ist die Antwort oder „Moonshine“, bleib mal geschmeidig!

Zwergie knows best… das habe ich ja bereits festgestellt. Mein geistig und körperlich behinderter Pflegesohn ist für mich ab und an ein Lehrmeister im Umgang mit den Dingen, die nicht wichtig sind, von uns Erwachsenen aber wichtig gemacht werden.

So wie zum Beispiel das erleben und bewerten von medialen Dingen, welcher zu Gattung Unterhaltung gehören und von zu lautstarken Fans als Mittelpunkt des Daseins angesehen werden.

Nope-ApeEs gibt viele Meinungen zu allen möglichen Medien, doch viele sind wie Unterhosen. Manche wechseln sie täglich, andere niemals, manche ändern die Farbe oder die Größe wenn man sich unwohl in ihnen fühlt oder nicht genug Aufmerksamkeit wegen eines Logos bekommt.

So sehe ich persönlich Dinge, welche mir eigentlich gefallen, mit anderen Sinnen wenn ich auf jemanden treffe der mir unangenehm ist – aus egal welchen Beweggründen auch immer. Optik, Haptik, Akustik, Körperpflege – alles dies kann zu einem „Wenn der/die/das es aber gut findet solltest Du eine Begeisterung evtl. noch einmal überdenken“ führen.

Und wie sagt die Maus: Klingt wie Schwachsinn? Is aber so!

Zwergie nimmt es so, wie es eben kommt. Wenn er etwas nicht mag, liegt es niemals an dem Umstand das er den Hersteller nicht mag oder einer seiner nicht gut gelittenen Schulkumpels es toll findet. Er findet auch nicht zwanghaft Gefallen an etwas nur weil jemand es toll findet den er toll findet oder eine große, lautstarke Meinungsgruppe ihm das aufzwingt – ok, Papa ist da, was Comics, Filme, Videospiele und Hörspiele angeht, die Ausnahme. Doch auch da findet er seinen eigenen Weg – ohne Vorurteile.

Audio-Stoned-MonkeyDoch nicht nur Zwergie konsumiert mediale Dinge in solche Manier, es gibt auch Menschen, welche dem Fandom und Herstellerkader angehören, die sich so verhalten. Solche Menschen sind nicht die Schweiz der Kritiker, doch nehmen sie das Medium als Medium, und nicht als Mittel zum Zweck um sich auf diversen Internetplattformen aufzuführen wie das Menschenaffenkind „Moonshine“, um sich und ihr Mütchen zu kühlen.

Fan kommt von „Fanatic“, sagt man, doch mittlerweile hat dies nur noch bei wenigen Fandommern bestand, denn die Hardcores sterben aus – auch wenn sie die Normal-Fans virtuell immer noch in Grund und Boden brüllen.

Und jetzt möchte ich an ein paar Beispielen erklären wie man Hardcore im Fandom sein kann, ohne sich wie „Moonshine“ zu benehmen. Alle hier erwähnten Delinquenten wurden vor der Hinrichtung persönlich gefragt, ob sie denn mit der Bloßstellung ihrerseits einverstanden sind – nur um dahingehende Verspannungen von wem auch immer vorzubeugen. Die Bilder stellen übrigens nicht die hier erwähnten Personen dar, sondern das Menschenaffenkind „Moonshine“ in seinen vielfachen Inkarnationen…

Pointing-MoonshineBeginnen möchte ich mit meinem Bro, Florian Michael Kroeger. Er ist für mich gleichermaßen ein Fanal an Ruhe und Gelassenheit, was den Konsum angeht, wie auch ein Reibungspunkt, was die Wertung der Hersteller betrifft.

Sein Podcast, die Talker Lounge – und ich schreibe hier „sein“ da ich das Gefühl habe das Flori 95% aller Arbeiten macht, auch wenn dem nicht so sein mag – ist im Ranking der Kritik eher als gemäßigt zu betrachten. Dort wird niemand beleidigt oder eine Produktion mit Dingen überhäuft, welche in Begründung vollkommen haltlos wären.

Dennoch gehen manche Macher sehr seltsam mit Flori um und selbst offene Beleidigungen waren darunter zu finden. Dennoch sieht Flori über so etwas hinweg und kommentiert dies stets mit einem „Ich will das Hörspiel hören und nicht den Macher adoptieren!“, welches mich stets erneut auf die Palme bringt, da ich eher mit verbaler PM-Gewalt auf solche Dummschwätzereien reagieren würde, statt dem Gernegroß an Hörspielmacher auch noch mein Geld auf das Konto zu schaufeln. Doch Flori zeigt Größe, geht über so etwas hinweg und erlaubt mir aber ab und an ein „Ich hab dir gesagt das der arsch ist!“.

Fazit: Flori ist, im meinem Bekanntenkreis, DER Megahörspielnerd, welcher alles kennt, alles hört und das aus Begeisterung tut, ohne sich daraus irgendetwas selbstgefälliges zu beschaffen… definitiv kein „Moonshine“ sondern eher eine Art Role Model im Bezug auf „Hardcore sein ohne Hardcore sein!“!

MoonshinezillaBeispiel Zwei: Joachim Klotz. Seines Zeichens Gesetzeshüter, Familienvater und Hörspielfan der ersten Stunde.

Der Mann ist die Ruhe selbst und wenn man mit ihm auch gut und gerne über verschiedene Sichtweisen zu einem Medium diskutieren kann, so geschieht dies ein wenig ausführlicher jedoch niemals in der Öffentlichkeit. Sein Motto scheint zu sein „Lieber nur reden wenn ich etwas zu sagen habe, als dem inneren „Moonshine“ nachgeben!“

Dieser Fels in der Brandung des Relevanten versteht es perfekt jemanden zu überzeugen, ohne wirklich überzeugen zu wollen. Seine Sicht der Dinge ist stets subjektiv, aber niemals vom Fandom beeinflusst. Hörspielsprecher ist er übrigens auch, was man aber von ihm selbst nie zu hören bekommt.

Mittendrin, statt nur dabei – ohne jedoch aufzufallen… was bei diesem Berg von einem Kerl jedoch optisch vollkommen unmöglich ist. Fandom mit Familienflair.

Der Dritte, fast in der Mitte, sein denn Markus Stengelin. Bitte liked seinen Blog auf Facebook – womit ich das auch erledigt hätte.

Markus ist das Gesicht, die Stimme und die federführende Feder (oder so 😀 ) im Hörspielblog Hörspielsachen und wenn seine Kritiken oftmals nicht mit Lukes Meinung einher gehen, so nimmt er Kritik an der Kritik stets gelassen und subobjektiv auf.

Niemals verliert er die Ruhe wenn man seine Kritik kritisiert oder eine Interviewfrage mit erbsenzählerischem Zwang auf Gehalt und Sinn seziert. Er macht was er macht, denn er macht es gerne und er urteilt über die Macher seiner Leidenschaften nur für sich selbst. Kritiken sind sachlich und nicht mit persönlichen Vorlieben oder Abneigungen versehen.

Es ist das Hobby und nicht die subjektiv empfundene Celebritytät des eigenen Blogs, welche ihn bewegt sich selbst öffentlich zu machen.

Angry-MoonshineLast, but definetly not least: Christoph Piasecki. Der Hörspielmacher aus Contendomediaingen musste in den letzten Monaten gegen eine Menge übelriechenden Wind ankämpfen, welcher nicht nur seinen Produktionen entgegen gebracht wurde.

Logischerweise lässt er das nicht spurlos an sich vorüber ziehen. Doch da wo andere Macher sich in der Gewissheit suhlen perfekt und unangreifbar zu sein, da sie ja Kunst machen, welche auch nach Kundenbeschimpfung immer noch von den Leuten gekauft wird, welche sie selbst als „Trottel“ betrachten, da versucht er den Kontakt mit den Kritikern aufzunehmen und zu erörtern was wie wann wo auch immer gewesen ist und oder hätte sein können – ihr versteht was ich meine!

Dies löst jedoch nur weitere Kritik und weitere Diskussionen aus, welche sicherlich so nur virtuell stattfinden können, denn im richtigen Leben würde man eher einen Konsens finden als in der Sicherheit des cortexleeren Internetraumes.

Wie auch immer – Christoph zog sich zurück und macht weiter das was er aus Leidenschaft und Überzeugung macht: Hörspiele. Auch wenn die Kundenbeschimpfer und Gernegroße mehr Beachtung und Bewunderung bekommen, er bereichert weiter die Medienwelt mit seiner Ecke des großen Unterhaltungsuniversums.

Das sind nur vier Beispiele von Menschen die sich selbst irgendwie virtuell öffentlich machen. Sei es nun durch Blogs, Podcasts, Produktionen oder Sprechereinsätze. Vier unterschiedliche Menschen, denen ein Hobby wichtig ist, das sie „leben“ und das einen Teil ihres realen Lebens bestimmt. Und auch wenn diese Beispiele im Meer der lauten „Moonshine“s teilweise unter gehen, so lohnt es sich doch ihnen zuzuhören, zuzusehen und sich zu fragen ob es nicht der bessere Weg ist Hardcore zu sein ohne Hardcore zu sein.Moonshines-Family

Ich, für meinen Teil, lese/höre und diskutiere lieber mit ihnen als mit „Moonshine“, auch wenn ich von ihm abstamme.

Und warum ist das ein „Zwergie knows best“?

Ganz einfach – weil Zwergie zwei der vier Menschen hier persönlich kennt, sie mag und seine Medien genau so behandelt wie sie es tun. Lebe dein Hobby, aber nicht um jeden Preis.

 

Die Rechte der jeweiligen Bilder liegen bei deren Eigentümern!

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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