Alien vs Alien – ein Vergleich der Xenomorphen

Nun ist es also wieder soweit…

…West gegen Ost, USA/GB gegen D, englisch gegen deutsch und NEIN – es ist nicht Krieg!

Ich habe nun in schneller Abfolge die beiden Versionen von „Alien – Out of the shadows“ und „Alien – In den Schatten“ angehört und sie unterscheiden sich nicht nur durch den Titel an sich, welcher entweder schlecht ins deutsche übersetzt oder einfach nur unbefriedigend interpretiert wurde, sondern auch durch diverse kleine, aber feine, Holpersteine.

Zuerst einmal die Story: Ellen Ripley hat in der Zeit, welche sich zwischen den beiden Filmen „Alien“ und Aliens“ dahingezogen hat, keineswegs nur faul im Cryoschlaf gelegen und den guten Jones einen räudigen Kater sein lassen – sie hat auch einen Zwischenstopp gemacht, welcher es in sich hat. Das Shuttle mit Ripley an Bord wird auf nicht ganz klare Weise (also nicht von Anfang an) auf einen Kurs gebracht, welcher ihn mit einem Raumfrachter in Kontakt bringt, dessen Besatzung gerade erste Erfahrungen mit den sabbernden Xenomorphen macht. Ripleys Wissen uind Können ist gefragt und ein alter Bekannter macht ebenfalls seine Aufwartung aus dem Reich der Toten.

Dirk Maggs - unter anderem veratnwortlich für die Hörspielumsetzungen von Batman, Superman, Per Anhalter durch die Galaxy, Neverwhere und anderer Hochkaräter der BBC.
Dirk Maggs – unter anderem verantwortlich für die Hörspielumsetzungen von Batman, Superman, Spider-Man, Per Anhalter durch die Galaxis, Neverwhere und anderer Hochkaräter der BBC.

Begonnen habe ich mit dem genialen Werk des Briten Dirk Maggs, welcher das Zugpferd des guten alten Tante BBC ist, wenn es um actionreichere Hörspielkost geht. Maggs, der unter anderem mit Giganten wie Benedict Cumberbatch, Christopher Lee oder James MacAvoy zusammen gearbeitet hat, kann hier einen akustisch illustren Haufen um sich scharen, aus dem namentlich nur Rutger Hauer heraus ragt.

Logischerweise stand Sigourney Weaver für die Produktion nicht zur Verfügung, weshalb man Laurel Lefkow verpflichtete, welche Weaver akustisch wie ein Ohr dem anderen gleicht. Sie versteht es sogar die Eigenarten der weaverschen Betonung nachzuahmen, ohne das man es als Kopie hören könnte, sondern nach kurzer Zeit als den Real Deal ansieht.

Die deutsche Mannschaft, welche sich am Script und der Inszenierung von Dirk Maggs bedienen konnte, hatte es da scheinbar einfacher, denn ihr stand mit Karin Buchholz die deutsche Synchronstimme von Sigourney Weaver zur Verfügung.

Vergleicht man beide Sprecherinnen, so erkennt man Lefkow sofort als Ripley, denn Karin Buchholz Stimme erschien mir nicht sofort als die Person, welche sie erneut verkörpern sollte. Auch wenn ich kein Freund von unnötigen Verfremdungen bin, so hätte man hier gut getan die Stimme ein wenig auf jünger zu pitchen, denn Ripley erscheint teilweise doch recht ansehnlich gealtert zu sein – obwohl die Story an sich dies ausschließt.Alien OftS-Cast

Für den deutschen Hörspieler ist das englische Werk ansonsten im Stimmbereich ohne wirklich Aha-Momente gesegnet. In der deutschen Version tummeln sich jedoch noch lokale Hochkaräter wie David Nathan, Dietmar Wunder, Bernd Vollbrecht und Michael Iwannek.

Vorteilhaft für die deutsche Version, ist der Umstand das man hier das erste synchronisierte Hörspiel abliefern musste, sich also wirklich nur um die Sprecher und sonst nichts zu kümmern hatte, da Dirk Maggs ja den Rahmen und die Inszenierung bereits vorgegeben hatte. So macht es aber leider auch manchmal den Eindruck einer Synchronisation, denn die Sprecher treten teilweise zu sehr aus der Soundkulisse heraus und agieren nicht wirklich in ihr, wie es im Original der Fall ist.

So – wäre dies ein Film – würde ich den Originalton der Synchronisation vorziehen.

Sei es drum: Was Maggs da im Original vorlegt wird dennoch fast 1:1 in die deutsche Version übertragen und beide Versionen strotzen nur so vor Spannung und (ich zwinge mich jetzt es zu schreiben) Hollywood für die Ohren.

Wer sattelfest im englischen zu reiten vermag, der sollte sich die Originalversion gönnen. Wem es jedoch nicht synchronisiert genug sein kann, der wird auch mit der lokalisierten Version seine helle Freude haben.

Zu guter Letzt steht nach wie vor fest: Dirk Maggs rocks – egal in welcher Sprache!

 

Pictures of Dirk Maggs and Alien-Cast © by www.avpgalaxy.net

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

Letzte Artikel von Thomas Rippert (Alle anzeigen)