Gilden-Chronik, Die – Operation Red Jericho

Gilden-Chronik

Als Joshua Mowll, der Autor der Romanvorlage, den Nachlass seiner verstorbenen Tante Rebecca erbt, kommt er einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur: einer uralten Geheimgesellschaft, deren Wissen der Menschheit einen epochalen Fortschritt bescheren oder sie zerstören kann. Rebecca und ihr Bruder Douglas gerieten in den 1920er Jahren mitten in eine Verschwörung, die sie beinahe das Leben gekostet hätte. An Bord eines Forschungsschiffes mit geheimer Mission kreuzten die beiden im südchinesischen Meer …

Sprecher: David Nathan, Elga Schütz, Julia Fölster, Jürgen Thormann

Autorisierte Lesefassung, 5 CD, Spielzeit: 366 Minuten

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Im Jahre 1920 begann für die Tante von Joshua Mowll und ihren Bruder Douglas ein spannendes und ungewöhnliches Abenteuer. Als ihr Onkel Fitzroy MacKenzie die Kinder Rebecca und Douglas aufnimmt, haben beide schon ein bitteres Schicksal hinter sich. Ihre Eltern sind seit einem Jahr in Westchina verschollen und ihre Tante Margaret kann sie nicht länger bei sich beherbergen. Onkel Fitzroy ist Kapitän eines Forschungsschiffes und die Kinder müssen von da an auf dem Boot leben, was sich als recht abenteuerlich heraus stellen soll.

Das Forschungsschiff hat ein Tauchboot an Bord und mit diesem soll nach dem versunkenen Wrack einer alten Dschunke getaucht werden. Der Wissenschaftler Dr. Chambois vermutet das sich an Bord der Dschunke ein Element befindet das den Untergang des Schiffes zu bewirkt haben könnte. Das so genannte „Zorydium“ wird als Sprengstoff verwendet und seine Wirkung ist um ein vielfaches höher als die von Dynamit oder ähnlichem. So wollen die Wissenschaftler verhindern das eventuelle vorhandene Reste des Stoffes in falsche Hände geraten.

Doch gibt es im Rennen um den explosiven Stoff noch mehr Teilnehmer. Der Pirat Sheng-Fat ist ebenfalls im Besitz von Zorydium und weiß es auch zu nutzen, da er Chambois gefangen genommen hatte und sich so dessen Wissen hat aneignen können. Zwar gibt es nur begrenzte Mengen an Zorydium, doch reicht eine minimale Menge aus um eine große Explosion zu erzeugen. Sheng-Fat bestückt seine Topedos mit Zorydium welche er mit einer Erfindung Chambois zusätzlich bestückt, um so seinen finsteren Ziele zu verwirklichen.

Dies alles weckt die Neugierde von Rebecca und Douglas. Sie fangen an auf dem Schiff herum zu suchen und finden Hinweise auf eine Geheimgesellschaft. Auch ist von der „Operation Red Jericho“ die Rede in die ihre Eltern verwickelt sein sollen. Douglas und Rebecca vermuten das mehr hinter diesem Forschungsschiff und der Besatzung stecken mag als es den Anschein hat. Und sie sollen Recht behalten, denn als sie auf eigene Faust weiter ermitteln geraten sie in große Gefahr.

Was normalerweise als Geschichte präsentiert wird, ist hier eher eine Art von Vorstellung gewesener Ereignisse und Fakten. Der Autor hat das Vermächtnis seiner Tante Rebecca ausgewertet und präsentiert nun dem geneigten Zuhörer seine Ergebnisse in denen er die Geschichte von Rebecca und Douglas plastisch schildert, sowie viele Auszüge aus den Chroniken der Gilde ans Licht bringt.

Die Geschichte läuft flüssig von der Hand und die spannenden Momente sind nicht zu dünn gesät. Es ist recht einfach sich, als zuerst unbeteiligter Zuhörer der Stück für Stück immer mehr in die Dinge involviert wird, mit Rebecca und Douglas zusammen auf Entdeckertour zu begeben, denn die Herausforderung ist sehr reizvoll und die Gefahr auch recht hoch.

Für Kinder ist diese Lesung nicht wirklich geeignet, da doch viele Dinge vorhanden sind welche von jüngeren Zuhörern nicht wirklich verstanden oder gar verarbeitet werden können. Jugendliche und erwachsene Zuhörer, welche sich in Welten die Fantasy, Abenteuer und ein wenig SF miteinander vermischen, wohl fühlen, sollten auf jeden Fall mit dieser Geschichte gut unterhalten werden. Denn nicht nur die Story ist abwechslungsreich, sondern auch die Inszenierung.

Vier Stimmen geben dieser Lesung ihr Gesicht. Da ist zuerst einmal David Nathan als „Joshua Mowll“, der Erzähler. Die Rolle der „Rebecca“ wird von zwei Stimmen interpretiert. Da ist zum einen Julia Fölster, als „junge Rebecca“, welche mit ihren 24 Jahren noch mit einer Stimme aufwarten kann welche sich problemlos einem Teenager zuordnen lässt, zum anderen Elga Schütz, als „alte Rebecca“ welche der Rolle die Tiefe und Weisheit des Alters akustisch auferlegt. Zum Schluss ist da noch Stimmlegende Jürgen Thormann, welcher als „Chronist“ Brücken schlägt und den ganzen Ablauf der Geschichte somit runder macht. Das all diese Sprecher Vollprofis sind und das was sie da tun mit voller Leistung bringen, versteht sich von selbst und Regisseur Frank Gustavus fügt dies alles sehr harmonisch zusammen.

So ist gesichert das während der Lesung keine Langeweile aufkommen kann, da man nicht über 366 Minuten hinweg nur ein und derselben Stimme lauschen muss, sondern alles von verschiedenen Sprechern dar geboten bekommt. Das verleiht der Spannung der Grundstory eine Menge mehr Gewicht und man ist schneller mit dem hören am Ende als man es sich wünscht. Doch da dies der erste Teil ist, wird man sicher bald wieder in diese Welt zurück kehren können.

Das Booklet kann nicht nur mit den Vitas der einzelnen Sprecher und des Autors punkten, es zeigt auch Fotos sowie Lebensläufe der agierenden Personen. So bekommt man eine sehr genaue optische Vorstellung wer sich da jetzt gerade über die Leinwand des „inneren Auge-Films“ bewegt.

Abenteuer, Mystik und das Flair vergangene Tage machen diese Lesung zu einer recht ungewöhnlichen Produktion…

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