Hobbit, Der

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Bilbo Beutlin, der kleine Hobbit, macht sich auf den Weg zum Schicksalsberg, um den rechtmäßigen Schatz der Zwerge zurückzuholen, den der Drache Smaug gestohlen hat. Als er auf seiner Reise einen Ring findet und ihn arglos einsteckt, ahnt er nicht, was für eine Rolle der Ring einmal spielen wird …

Sprecher: Gert Heidenreich

Vollständige Lesung, 10 CD, Spielzeit: 654 Minuten

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Bevor Gandalf, Frodo und der Rest der Ringgemeinschaft sich auf ihren sorgenvollen Weg machte, da gab es den Hobbit. Tolkien erzählt hier die Vorgeschichte des großen „Herr der Ringe“-Epos und legt den Grundstein für eine neue Literaturgattung und eine phantastische Welt die damals wie heute ihres gleichen sucht. Es beginnt alles in Kleinen und Verborgenen, entwickelt sich jedoch im Laufe der Geschichte zu einem großen Abenteuer mit einem sehr großen Drachen und einer großen Erkenntnis für ein kleines Volk.

Die „Botschaft“, das auch kleine Leute große Dinge vollbringen können, übernahm Tolkien auch in den Rest seines Werkes. Denn es sind stets die Kleinen und Schwachen die in seinen Geschichten über sich hinaus wachsen um ganze Welten und Völker durch ihren unbändigen Mut zu retten.

Die Lesung hat die neue Übersetzung zur Grundlage. Ich habe mir den Spaß gemacht ein paar wichtige Passagen mit der alten Buchübersetzung zu vergleichen. Wie beim „Herr der Ringe“ auch, sind die Unterschiede in den einzelnen Formulierungen markant und hervorstechend. Doch könne ich nicht behaupten das die neue Übersetzung nicht mehr das Feeling und den Flair der Grundromane herüber transportieren würde. Sicherlich mag diese Erneuerung bei den Puristen Empörung ausgelöst haben da sie in wesentlichen Teilen von den alten und gewohnten Formulierungen abweicht, jedoch halte ich die neue Übersetzung für sehr zeitgemäß und dem Grundgedanken des Werks in keinster Weise abträglich.

Gert Heidenreich liest den Hobbit stellenweise leider noch so wie ihn niemals empfunden habe – als Kinderbuch. Zumindest hat man hier auf die Bezeichnung „kleine“ verzichtet, die ja alleine aus der Übersetzung her rührte und sich im Original nicht wieder findet. Vielleicht liegt es auch daran das ich mit dem „Hobbit“ erst in Berührung kam als ich den „Herr der Ringe“ schon gelesen hatte und mich nun für die Vorgeschichte interessierte. So sah ich den „Hobbit“ niemals als reine Kindergeschichte an, auch wenn Tolkien sie als solche gedacht hatte. So kam mir die Lesung von Gert Heidenreich doch teilweise etwas zu „kindlich angehaucht“ vor und lies die Kraft und Majestät seiner „Herr der Ringe“-Lesung vermissen. Sicher liest er das Buch perfekt vor und schafft immer wieder die notwendige Stimmung und Atmosphäre, doch hätte ich eine „erwachsenere“ Lesung, für mich persönlich, als besser empfunden.

Der Hörverlag hat damit das wohl umfassendste, hörbare Werk nach den Tolkienschen Romanen geschaffen das man sich als Fantasy-Fan nur wünschen kann…

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