MagentaRot

Magentarot

Ein großer Schauspieler begegnet Frau Tod, ein vernachlässigter Junge erlebt schwierige Ferien mit einer fremden Familie, ein Fotograf sucht den richtigen Augenblick…

Sprecher: Wolfram Koch

2 CD, Spielzeit: 124 Minuten

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Die Geschichten schwanken stets zwischen dem real zu erlebenden und dem was sich eher im Bereich des surrealen, teilweise sogar übernatürlichen, angesiedelt hat. Dabei bedient sich die Autorin, Cornelia Becker, einer Sprache die sicher nicht für jeden Zuhörer geeignet sein mag. Nichts hochgestochenes ist an ihr zu finden, doch ist sie geschliffen wie Glas, aber dennoch undurchsichtig. Zu jeder Geschichte variiert diese Erzählweise, wenn auch nur ein wenig, und bewirkt somit eine Trennung des ganzen, auch wenn es durch die Grundintention locker verbunden bleibt.

Schauspieler Wolfram Koch bedient sich hier nicht der Möglichkeit des ausufernden Spiels, sondern versucht den einzelnen Geschichten die Möglichkeit zu geben sich selbst beim Zuhörer zu präsentieren und sich eigenständig zu entfalten. Zwar gibt er den diversen Charakteren ein wenig Leben mit auf den Weg, doch halten sich diese Funken eher bedeckt und drängen sich der eigene Interpretation der Figuren nicht auf. Mit viel Gefühl für die benötigten Tempi der Geschichten versteht Wolfram Koch es perfekt den Zuhörer durch die sich langsam entwickelnden Szenerien zu begleiten und behutsam an der Hand in die Welt von „Magentarot“ zu führen

Doch muss die Stimme von Wolfram Koch die Geschichten nicht alleine tragen. Sie bekommt umfangreiche Unterstützung von musikalischen Zwischenspielen, die eigentlich viel mehr sind als nur das. Für jede Geschichte separat komponiert wirkend, geben sie allem einen zusätzlichen Flair. Sei es nun verträumt, jazzig oder einfach nur entspannend – jedes Mal wird der Punkt der Geschichte getroffen.

Eine eher ruhig gehaltene Mischung aus gelebten und besser nicht zu erlebendem. Mit Ruhe inszeniert, ohne langweilig zu sein…Soundsystem-BLAU

 

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