Piratin, Die

Piratin

Der Clanführer der O’Malleys hat keinen männlichen Erben, aber seine Tochter Grania setzt sich durch. Bereits mit 15 Jahren steuert sie ihr eigenes Schiff – und kommt mit zwei Schiffen zurück – die irische Piratenqueen Grania O’Malley ist geboren. Doch durch Intrigen innerhalb ihres Clans fällt sie in die Hände des Statthalters von Galway. Wird ausgerechnet Billy, der junge Engländer, sie befreien?

Sprecher: Kathrin Fröhlich

Bearbeitete Fassung, 4 CD, Spielzeit: 269 Minuten

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Die Heldin dieser Geschichte existierte wirklich. Grania O´Malley (oder auch Grace) hat zwischen 1530 und 1603 gelebt und wurde damals als berüchtigte Piratenkönigin bekannt. Ihre größte Widersacherin war die englische Königin Elisabeth die I..

Da sich Grania immer wieder gegen die Herrschaft der Briten in England stellte setzte die Königin ein Kopfgeld, in Höhe von 500 Pfund, auf sie aus. Sie wurde gefasst, konnte fliehen und schaffte es sogar das sie von der Königin ein Pardon für ihre Taten als Piratin erhielt. Den Rest ihres Lebens verbrachte sie damit die britische Insel vor Eindringlingen zu schützen.

Diese Geschichte wurde nun von der deutschen Autorin Sabine Dillner zu einem Roman verarbeitet. Die schon als Kind aufständische Grania hat sich in den Kopf gesetzt nicht hinter dem Herd zu verdorren, so wie es ihrer Mutter ergeht, sondern sich dort aufzuhalten wo ihr Vater seine Lebensunterhalt verdient – in der Seefahrt.

Durch eine sehr kecke Aktion gelingt es Grania sich an Bord eines Schiffes zu schleichen und sich so das Wohlwollen ihres Vaters zu versichern. Dieser gestattet ihr nun das Seefahrergeschäft zu erlernen und Grania bekommt ebenfalls Unterricht in Dingen wie lesen, schreiben, rechnen und Latein. Die junge Grania stellt sich so geschickt an, das sie bereits mit 15 Jahren ihr erstes Kommando auf einem Schiff bekommt. Und so beginnt die Geschichte des wohl berühmtesten Piratin aller Zeiten.

Dieses Geschichte wurde jedoch für jüngere Hörer verfasst, denn das merkt man ihr vom ersten Augenblick an. Nicht die Seeschlachten und deren Brutalität stehen im Vordergrund, sondern eher das Wesen der jungen Piratin, deren Liebesleben und viele interessante Dinge aus der damaligen Geschichte. Doch erhebt Sabine Dillner nicht den pädagogischen Zeigefinger, sondern bringt alles n einer unterhaltsamen Mellange an den Zuhörer heran.

Kathrin Fröhlichs leicht raue und kecke Stimmlage passt wie die Faust auf die Totenmannkiste. Sie versucht der Piratin und ihre Welt so viel Leben einzuhauchen das man den Wind im Gesicht und die Gischt der Wellen auf der Haut spüren kann. Unterstützung erhält sie von einer recht ausführlichen Inszenierung an Geräuschen und Musikstücken. Auch die Männerparts bekommt sie gekonnt übertrieben skurril hin und die Zeit der Lesung vergeht wie im Fluge.

Ein Lesung die besonders das jüngere Zielpublikum ansprechen wird, aber auch bei älteren Piratenfans sicher nicht in Ungnade fallen sollte…Soundsystem-BLAU

 

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