Das Imperium der Ameisen

Basierend auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von H.G. WELLS erzählt OLIVER DÖRING mit diesem Mystery-Thriller eine ebenso spannende wie furchterregende Geschichte – und zeigt einmal mehr, wie zeitlos WELLS visionäres Werk bis heute ist.

Nach dem Zweiteiler „Die Zeitmaschine“ erscheint mit „Das Imperium der Ameisen“ eine weitere Hörspieladaption – basierend auf den erfolgreichen Romanen von H.G. Wells – die mit dem Dreiteiler „Krieg der Welten“ fortgeführt wird. Für die Produktion konnte der mehrfach ausgezeichnete Hörspielproduzent Oliver Döring (u.a. Star Wars, John Sinclair, End Of Time) gewonnen werden.

Weiter geht es mit den Wells-Adaptionen von Oliver Döring.

Als zweite Produktion wird nun das „Das Imperium der Ameisen“ ins Rennen geschickt, welches auf einer mir bisher vollkommen unbekannten Kurzgeschichte des Altmeisters (Wells, nicht Döring) der düsteren Science-Fiction basiert.

Da Wells Geschichten zumeist recht dystopische Ausmaße annehmen und sich mit dem Untergang der Menschheit, beziehungsweise dem Ende der bis dahin bekannten Zivilisation, beschäftigen, so wird auch hier mit einem Gegner der selbsternannten Krone der Schöpfung gespielt, welche dafür sorgen könnte, dass wir von der Bildfläche des Planeten verschwinden könnten.

Doch so einfach wie die Sache mit den Morlocks oder den Besuchern vom Mars macht es sich Wells diesmal nicht. Der Feind ist diesmal zwar zahlenmäßig überlegen, auch wenn er im Gegensatz zum Menschen wesentlich kleiner ist, doch scheint er nur auf einen Genozid der menschlichen Rasse aus zu sein, wenn er wirklich durch diese bedroht wird. Somit sind die Spielregeln nicht so einfach abzugrenzen und die Geschichte wartet mit einer Menge Wenns und Abers auf.

Döring setzt hier auf sehr leise Akzente und eine recht bedächtige Spielweise der Protagonisten. Da ist zum einen der mysophobe Hauptcharakter, welcher sich durch seine subjektive Hölle kämpfen muss um dem Verschwinden eines Firmenkollegen auf den Grund zu gehen. Zum anderen ist das der Militär, welcher zwar durch seine Dienstjahre abgestumpft zu sein scheint, sich aber dennoch vor dem fürchtet, was Mutter Natur in der Lage ist dem Menschen entgegen zu stellen, so sie denn will.

Auch wenn Flammenwerfer eine Option während des Hörspiels sind, so sind sie kein Mittel zum Zweck, sondere diesmal wirklich nur eine Art Metapher für die wenigen Möglichkeiten die dem Menschen gegeben sind, sobald sich seine natürliche Umwelt gegen ihn richtet.

Normalerweise erwartet man von Oliver Döring eine eher opulentere Inszenierung mit viel Action und HooHah, doch auch hier zeigt er endlich einmal wieder, dass er in der Lage ist auch anders zu agieren. Die Geschichte um die Folgen der stetigen Zerstörung des Regenwaldes und dem Raubbau am Lebensraum vieler Arten ist alles andere als mit der schnellen und heißen Nadel gestrickt und umgesetzt. Mit wenigen Sprechern und einer für ihn fast schon spartanischen Soundkulisse erweckt Döring diese Geschichte mit einer Menge hintergründigem Horror zum Leben, bei dem man sich fragt, ob sich seine Hardcore-Explosionen-Actions-Fans damit überhaupt werden anfreunden können, da es diesmal nicht nur platt und oberflächlich zu Sache geht.

Zweiter Streich = ebenfalls gut gelungen.

Nun steht noch die Königsklasse bevor, denn der „Krieg der Welten“ ist als nächstes im Programm gelistet und von den zwei bisherigen Adaptionen hat es nur eine geschafft, mich ein wenig unterhalten zu können, auch wenn sie zu klassisch geraten (die 4 CD-Version, die andere war mir zu klassisch, ja fast schon antiquiert).

Vielleicht sollte Döring sich generell auf Wells-Adaptionen verlegen, denn die bisherigen Produktionen haben mir gefallen.

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.