07 – Gas

Danger-07Der Erste Weltkrieg verblasst langsam in der Erinnerung der Menschen. Zu lange ist es her, dass Männer in sinnlosen Grabenkämpfen, einem zermürbenden Stellungskrieg ihr Leben gelassen haben. Dan Cartland will eben diese Erinnerung an die Bestie Krieg wachhalten. Doch noch ehe er an einem der unbekannteren Schauplätze Flanderns die Erde aufgraben kann, bekommt er ein ominöses Tagebuch überreicht. Und mit dem Tagebuch die eindringliche Warnung, keinesfalls die alten Schützengräben freizulegen. Niemals dürfe das, was dort unten ist, wieder ans Tageslicht kommen.

TrennstrichDurch die unaussprechlichen Greultaten des Naziregimes im zweiten Weltkrieg wird von vielen vergessen das zwischen den Jahren 1914 und 1918 ein ebenfalls genau so grausamer Krieg über die Welt getobt hat. Man versuchte damals ebenfalls mit den neusten Mitteln der Wissenschaft seine Gegner zu töten und sie auf die einfachste Art und Weise zu besiegen.

So war auch Gas eine wirksame Waffe. Die Chemikalie Bis(2-chlorethyl)sulfid, besser unter dem Namen „Senfgas“ bekannt, wurde im Jahr 1822 durch einen belgischen Chemiker entdeckt. Am 12. Juli 1917 wurde das verheerende Gas zum ersten Mal von der deutschen Armee eingesetzt und fand in den letzten Monaten des Krieges noch recht häufig Verwendung. Seine Wirkung ist nicht nur die, das diejenigen welche mit ihm in Berührung kommen einen qualvollen Tod erleiden, das Gas entstellt auch den menschlichen Körper durch verbrennungsartige Verletzungen.

Und um dieses Gas dreht es sich in „Gas“. Damit verrate ich nicht zuviel, denn dieser Umstand wird recht schnell in die Geschichte eingebracht. Alles beginnt wie ein ruhiger Campingausflug zu einer werdenden Ausgrabungsstätte. Doch soll sich alles in unangenehmere Richtungen entwickeln als sich die beiden Hauptprotagonisten, in der heutigen Zeit, sich das träumen lassen.

Durch Rückblenden, welche aus einem Kriegstagebuch stammen, werden die Ereignisse aus dem ersten Weltkrieg erzählt welche die Bedrohung in die Jetztzeit katapultieren können. Die Geschichte ist nicht wirklich spannend und auch mit keinen großen Wendungen versehen. Das Grauen, welches sich in den Rückblenden ausbildet und dort entsteht, wird schon durch ein paar Andeutungen in der Spielhandlung der heutigen Zeit angekündigt und ein Horrorkenner weiß was da an Übernatürlichem lauert.

Nichtsdestotrotz ist die siebte Folge der Danger-Serie eine der besseren. Ich würde allerdings dem Cover-Button „Nichts für schwache Nerven“ auch nicht wirklich beipflichten. Auch wenn die Greuel des Krieges sehr anschaulich und akustisch sehr ausgefeilt dargeboten werden, so ist man doch solche Sachen aus etwas schärferen Horrorhörspielen gewohnt. Die Geschichte ist kurzweilig inszeniert und versteht es geschickt den Wechsel zwischen den erzählenden Zeitebenen stets so zu vollführen das die Atmosphäre nicht zerstört wird.

Eine opulente Sprecherriege von mehr als 10 Sprechern wir aufgefahren, welche fast alle einen guten Job machen. Neben bekannten Namen wie Jens Wawrczeck, Thomas Karallus, Claus Wilke, Mogens von Gadow oder Christian Rode und Hans Georg Panzack agieren auch noch andere bekannte Stimmen. Donald Arthur ist zwar nur sehr selten in Hörspielen anzutreffen, doch ist sein sehr sonorer Bass und sein amerikanischer Akzent, auch wenn er von Jahr zu Jahr abnimmt, deutlich zu erkennen.

Einziger Ausfall der Sprecher, wie ich fand, ist Marco Sand, wie für mich eigentlich immer. Er wird zwar recht häufig für Hörspiele gebucht, doch spricht er jede Rolle mit der selben „Stimme“. So ist jeder Charakter den er verkörpert beliebig austauschbar und wirkt, durch die zu stark und gezwungen gekünstelte Darstellung Sands, auch stets steril und sehr unlebendig. Jeder Satz hört sich gleich an und Spiel ist nur in der Lautstärke und Geschwindigkeit der Sätze vorhanden. Er geht, wie fast immer, neben seine anderen Kollegen mit wehenden Fahnen qualitativ unter.

Trotz der Hauptrolle Sands, vermag er es aber nicht die Qualität der Geschichte in den Keller zu bugsieren. Auch wenn schon recht früh klar ist in welche Richtung es laufen wird und wie der Ausgang sich gestaltet, es ist unterhaltsam was hier geboten wird und darf sich mit Fug und recht Ohrenkino nennen.

Durchweg glaubhafte Soundkulisse, eine fast perfekte Sprechercrew und eine sehr kurzweilig eingängige Geschichte…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.