27 – Der tätowierte Tod

27Dorian Hunter ist in Istanbul gestrandet, wo Gerüchte über die Ankunft eines unheimlichen Dämons namens Srasham die Runde machen. Ohne Geld und Papiere ist er auf die Hilfe des undurchsichtigen Russen Kiwibin angewiesen, der auf den Namen Samjatin ein Hotelzimmer für den Dämonen-Killer reserviert hat. Wohin ist der echte Professor Samjatin verschwunden? Die Spur zur Lösung des Rätsels führt Dorian tief in die unterirdischen Zisternen von Istanbul zu Srasham!

TrennstrichNachdem die Schöne die Bestie bereits ohne Marco Göllners Hilfe zur Strecke brachte, hat nun auch der tätowierte Tod sein Lebenslicht durch die Hand von Dennis Ehrhardt erblickt. Nun mag man die inquisitorische Keule gegen den neuen Chef am Regler schwingen, doch ich muss ehrlich gestehen das mir die gigantischen Unterschiede zum bisherigen Regisseur einfach nicht auffallen wollen.

Ich möchte da emotional niemandem zu nahe treten, doch waren die letzten zehn Hunter gefühlt nach einer Schablone inszeniert, welche sich über die Jahre hinweg geformt hatte. Die Innovationen, welche die Serie an die Top-Position der Hörspielercharts katapultierte, hatten sich bereits selbst kopiert und das Serienfeeling lange vor dem Ende der Ära Göllner eingestellt.

Und so ist es Dennis Ehrhardt nicht wirklich negativ anzulasten, das er nun nach der Schablone Hunter seine neuen Produktionen in Szene setzt und sich dessen bedient, was die Serie bekannt gemacht hat – Rückwärtseffekte und harte Hackmusik im Stakatofeeling.

Soweit dazu…

Die Story ist jetzt nicht wirklich die interessanteste, welche der Dämonenkiller hat absolvieren müssen. Von Pontius nach Pilatus umherirrend, lässt sich nicht sofort komplett ausmachen, was man denn nun eigentlich hier vermitteln will. Neuer Großgegner, ein tätowiertes Mädel das gerne mal zeigt was sie selbstverzehrendes unter der Haut hat, der demiurgische Handwerkergott und dessen Gegenspieler – alles verschwimmt anfangs zu einem kaum zu durchschauenden Nebel, welcher sich nur langsam zum Ende des Ganzen hin lichtet.

Wie immer ist es müßig zu erwähnen das sich die Sprecher allesamt in genau der rolle befinden, in die ihre Stimme passt – denn dies ist bei Hunter niemals anders gewesen. Auch die Inszenierung ist genau so, wie man es seit anno dazumal gewohnt ist, ohne jedoch noch mit großen Überraschungen aufwarten zu können. Die Hochzeiten des Dämonenkillers sind sicherlich inszenatorisch noch nicht vorbei, doch die Geschichten begeben sich auf ein heutzutage normales Niveau – auch wenn sie vor gefühlten einhundert Heftromanjahren etwas vollkommen ausgefallenes dargestellt haben.

Qualitativ bleibt sich der Hunter treu, doch wird man ihn bald nicht mehr so einfach in der realen Kaufwelt der Medienmärkte erblicken, denn er zieht sich in die Exclusivvertreibung durch seinen Verlag zurück. Wie sich dieses Vertriebsprinzip entwickelt wird, bleibt spannend zu beobachten, denn was für die Buchserien des Zaubermonds funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch für die Hörspiele gelten.

Soundsystem-BLAU

 

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