50 – Zombies in Manhattan

50Der Anführer der Mord-Liga saß unruhig auf dem Beifahrersitz. Schon lange hatte er auf diesen Abend gewartet. Solo Morasso war ein Perfektionist und wollte bei Xorrons Wiedererweckung nichts dem Zufall überlassen. Bereits seit mehreren Nächten zog sich die Beschwörung nun schon hin. Doch heute Nacht würde es enden. Heute Nacht würde die Mord-Liga vollzählig werden!

TrennstrichSeit neun Jahren geht der erfolgreichste Geisterjäger des deutschen Sprachbereiches wieder akustisch auf die Jagd nach dem Übernatürlichen. Diesmal zieht es ihn erneut in die Vereinigten Staaten von Amerika, um dort einem Freund zu Hilfe zu kommen. Joe Barracuda, dessen Name zuerst einen kurzen subjektiven Lachkrampf bei mir auslöste, bittet John darum nach New York zu kommen, da sich dort ein paar Zombies haben blicken und ein paar Leute haben schmecken lassen.

Es scheint als habe Solo Morasso die Ruhestätte von Xorron ausfindig gemacht und versucht nun den Herrn der Untoten zum Leben zu erwecken, wie man auch immer solch eine Art von Leben definieren mag. John fliegt zusammen mit Suko in die USA um das bevorstehende Massaker zu verhindern.

Nach einem fast schon kometenhaften Sturzflug in der storytechnischen Abteilung der letzten Folge, geht es hier wieder steil bergauf. Die Hatz durch die Straßen von Manhattan und die Kämpfe welche der Geisterjäger auszutragen hat sind sicherlich nicht wirklich als gruselig zu bezeichnen, doch kann die Inszenierung hier wieder eine Menge aus dem Argen befreien. Spannend ist es allemal und laut ebenfalls. Der actionlastige Grundtenor der Serie wird weiter beibehalten und zumindest das wird mit großer Bravour geboten.

Der Sprechercast ist bis zum bersten voll mit bekannten Namen und Stimmen. Neben den üblichen Verdächtigen, Frank Glaubrecht, Martin May, Tilo Schmitz, Kathrin Fröhlich und Wolfgang Pampel als Erzähler, kann man diesmal Stimmgrößen wie Simon Jäger, Dietmar Wunder, Sandra Schwittau, Tobias Kluckert, Michael Pan, Marianne Groß, Udo Schenk und Björn Schalla hören. Wie man sich denken kann sind alle Charaktere wieder einmal hervorragend gut besetzt und die Regie achtet auch darauf das sich selbst die Big Names keine Schnitzer erlauben.

Die CD kommt diesmal im recht ungewohntem Gewand daher. Nicht nur das die Typographie fast komplett in eine Gruselschrift modifiziert wurde, auch sonst ist alles etwas anders. Der CD-Tray wurde in eine seitlich offene Plastikhülle eingeschoben, in welcher sich auch die Hologrammkarte als Covereinleger befindet. Der Rest ist, bis auf den Umstand das im etwas umfangreicheren Booklet nur zusätzliche kleine Bilder der Sprecher und nochmal alle Cover im Miniformat abgebildet sind, wie immer. Das ist für eine Jubiläumsausgabe etwas dürftig.

Auch die enthaltene DVD konnte mich nicht wirklich begeistern. Auf ihr befinden sich nur das komplette Hörbuch „Die Rückkehr des schwarzes Tod“ – welches sicher bei fast jedem Sinclair-Hörer ohnehin schon im Regal steht – einen Tourbericht vom Vollplaybacktheater – welchen ich sehr nervig und irgendwie überflüssig fand, da er nicht wirklich etwas mit der Serie zu tun hat – und ein Making Of der fünfzigsten Folge. Das alles macht leider einen sehr fannisch angehauchten und wirren Eindruck und spottet in gewisser Weise der Professionalität des Hörspiels.

Man sollte den Inhalt der DVD, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach, einfach einmal in der Bewertung außer Acht lassen und wirklich nur das absolut unterhaltende Hörspiel an sich bewerten. Und da hat man sich wirklich ins Zeug gelegt…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.