06 – Peter Lundt und das Schweigen der Bienen

Peter-Lundt-06Peter Lundt muss nach Sylt reisen, um den Nachlass seines Onkels Hieronymus aufzulösen. Der alte Sonderling war Dorfpfarrer, die Kirche will einen neuen Pastor schicken, das Pastorat muss ausgeräumt werden. Aber der alte Landarzt Ypsilon, Freund des Verstorbenen, glaubt nicht, dass der plötzliche Tod bei Nacht im Bienenstock ein Unfall war. Peter Lundt – geplagt von Stechmücken und ganz und gar nicht begeistert von der Ruhe auf der idyllischen Insel – öffnet den Blick auf die Abgründe hinter der heilen Welt des Dorfes. Mit Hilfe seiner Assistentin Anna Schmidt setzt der blinde Detektiv schließlich die Puzzle-Teile zusammen und löst das Rätsel, bis der endlich die Insel verlassen und in seine geliebte Großstadt Hamburg fahren kann.

TrennstrichPeter Lundt hasst nicht nur Weihnachten, er hasst auch das Land. Also nicht einen Staat, sondern da Leben auf dem Lande. Zwar liebt er die dort vorherrschende Ruhe doch sind die Mücken stets seine größten Erzfeinde die es mit aller Gewalt zu bekämpfen gilt wenn sei wieder in Scharen über ihn her fallen. So ist er auch nicht sonderlich erfreut den Nachlass seines Verstorbene Onkel auflösen zu müssen. Doch auf Sylt begegnet er einem Zweig seiner Familie den er bisher noch nicht kannte und muss ganz nebenbei noch eine Fall klären.

Nach der, für mich persönlich, recht schlechten Fußballfolge findet die Serie hie wieder zu alten Höhen zurück. Auch wenn Peter und Anna eher wie Fremdkörper auf der Insel Sylt wirken, denn die beiden passen besser in eine Großstadt, so ist doch die Geschichte wieder unterhaltender gemacht als ihr Vorgänger. Die Spannungen zwischen Peter und Anna stehen wieder mehr im Vordergrund und Lundts Leben wird weiter ausgeleuchtet.

Diesmal bekommt man auch ein waschechtes „who-dunnit“ geboten, denn Peters Onkel scheint nicht aus Lust und Laune in die Bienenstöcke gefallen zu sein um dort sein Leben zu beenden. So macht sich der blinde Detektiv quer über die Insel auf die Suche nach der Wahrheit und muss dabei eine Menge Nahrungsmittel vertilgen. Spannung kommt erst wirklich ganz zum Schluss der Geschichte auf, doch ist die Suche sehr angenehm gestaltet. Schade nur das die Charaktere „Oliver Zornvogel“ und „Sally Vation“ diesmal nicht mit von der Partie waren.

Über die Sprecher der beiden Hauptrollen brauche ich eientlich nicht mehr viele Worte zu verlieren. Mark Bremer schafft es diesmal perfekt Lundts fast schon panikartige Angst vor Mücken zu spielen. Elena Wilms ist wieder als „Anna“ überzeugend frech und sexy. Mein besonderer Ohrenmerk lag diesmal jedoch auf Gastsprecher Edgar Bessen. Auch wenn die Rolle des Dorfarztes „Zacharias Ypsilon“ recht klein ausfiel, so war es doch nett das Ohnesorg-Urgestein wieder einmal in einem Hörspiel zu hören. Auch Colin Solman darf kurz den wiederkehrenden Charakter „Stephen Graves“, seines Zeichen Angestellter der Loyds-Versicherung in London, beleben.

Musik und Geräusche sind wie gewohnt. Diesmal fällt die Geräuscheecke sogar noch wesentlich üppiger aus da alle Facetten des Landlebens akustisch vorgeführt werden. Nicht nur Wind- und Wellenrauschen, Kühe und sonstiges Getier ist ebenfalls zu hören – besonders Mücken. Auch passt die jazzige Untermalung hier, selbst wenn es auf dem Lande spielt, besser zur Geschichte als sie es bei der Fußballfolge konnte.

Erneut nette Unterhaltung im Easy-Listening-Krimi-Format…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.