03 – Tage des Zorns

Top Secret-03„Solange es schläft, droht keine Gefahr. Der Schlaf zügelt seine Wut, verwirrt seinen Geist mit Träumen aus Hoffnung, Blut und Wahnsinn. Jenseits der Dämmerung lauert es auf seine Stunde. Wir sind in Sicherheit – bis der Zyklus vollendet ist. Denn wir wissen nicht, wann es wieder erwacht. Aber noch ist es nicht soweit. Noch sind wir in Sicherheit…“

TrennstrichMan beginnt auch hier wie gewohnt. Das Element der Mystery wird sofort in der Vorstellung der Nebencharaktere dieser Folge eingebracht. Der Rennfahrer James Grain klagt über Emotionen, welche ihm suggerieren das er nicht alleine in seinem Cockpit sitzen würde. Nachdem er ein Rennen vergeigt hat, will er sich im nächsten besonders viel Mühe geben, doch während der Fahrt hört er erneut ein Geisterstimme und die Vision eines Feuers bringt ihn dazu die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren.

Erneut bin ich überrascht das es hier keinerlei Ausrutscher in der Namensbetonung bei den Sprechern gibt und alles einen Eindruck macht als habe man den Sprechern eine Studioregie angedeihen lassen. Kann es sein das dieses Gerücht aus vergangener Zeit sich erledigt hat und solche Ausrutscher wie „Planet Eden“ der Vergangenheit angehören? Es wäre zu wünschen denn eine Serie wie „Top Secret“ verdient eine gute Umsetzung.

Die Reportage des ersten Rennberichterstatters ist vom Text her, während James Grain die Kontrolle über seinen Wagen verliert, fast identisch mit der Eröffnungssequenz der Europa-Macabros. Dies wirkte aber seltsamerweise nicht störend auf mich, obwohl ich sonst solche fannischen Auswucherungen eher als nervend empfinde. Reent Reins, die Stimme dieses Reporters, schafft es so viel akustische Action in die kurze Sequenz zu legen das sie nicht kopiert wirkt, sondern sicher nur Leuten auffällt welche die Sequenz des Macabros-Hörspiel kurz vorher gehört haben – so wie ich.

Jade und Rawleigh dürfen sich als Dschungelkämpfer austoben und die Vielfalt der Facetten der Agenten wird immer größer – leider auch das Mysterium um sie. Man hört zwar was sie können, doch sind die Hintergrundinformationen immer noch zu dünn gesät und die beiden Haupthelden wachsen mir weiterhin nur zögerlich ans Herz, da man nicht viel Futter vorgeworfen bekommt um dies schneller zu erledigen.

Leider krankt diese Folge daran als die Story diesmal zwar in den einzelnen Handlungsebenen überzeugen kann, aber das Ende sehr unbefriedigend ausfällt. Zwar werden die einzelnen Elemente gut und stimmig zueinander aufgebaut, nur die letzte Zusammenführung aller Ereignisse will nicht so recht passen. Auch wenn es sich hier um eine Mystery-Serie handelt, so wären doch ein paar auflösende Worte am Schluss nicht falsch, es sei denn man spart sich dies für die nächste Folge auf um dort einen Aufhänger zu finden. Ein roter Faden ist im Hintergrund ja vorhanden, doch erschließt sich mir dieser nach Folge 3 eher in leicht rosiger Farbe, denn das er kräftig heraus stechen würde.

Auch diese Folge ist für ein maritimes Hörspiel mehr als üppig besetzt worden und unter den 17 Sprechern finden sich viele bekannte Namen. Christine Pappert und Thomas Karallus legen, wie gewohnt, eine gute und hörbare Leistung hin. Auch Klaus Dieter Klebsch, als Erzähler mit vielen Tipps wie denn alles aussehen und wie gefährlich es denn werden könnte, und Wolfgang Condrus, als Chef der Organisation „Trinity“ – was so langsam vermuten lässt das es wirklich nur Drei sind – machen ihren Part gut. Neben ihnen sind (erfreulicherweise) Peter Groeger, Michael Iwannek, Lutz Riedel, Pia Werfel, Reent Reins, Peter Weis und Klaus Dittman zu hören. Meine Empfehlung an Andreas Borcherding bleibt jedoch bestehen.

Musikalisch verlässt man sich erneut auf düstere und bedrückende Klangcollagen, welche recht lang und ausführlich zwischen den einzelnen Szenen platziert werden. Die Szenenuntermalungsstücke sind unaufdringlich und fügen sich gut unter die Sprecher und Geräusche ein. Die Soundkulisse ist eindringlich genug und nicht zu aufdringlich geraten.

Das Ohr hat hier mehr Freude als das Hirn, denn die Inszenierung ist klasse. Leider läßt die Story und deren Stimmigkeit im Gesamtbild ein etwas größeres Loch zurück als dies sein sollte. Es bleibt zu hoffen das sich „Top Secret“ nicht in zu starken losen Enden verrennt und somit in zu konfuse Gefilde abdriftet…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.