01 – Alice im Totenland

Unsere Zivilisation endete vor mehr als fünfzehn Jahren. Zurück blieb eine karge, öde Welt, die man fortan das Totenland nannte, und eine neue Bedrohung: Horden unzähliger Untoter – die Biter.
Die fünfzehnjährige Alice ist in dieser Welt aufgewachsen. Die Biter sind als Gefahr allgegenwärtig, und deshalb besteht ihre Ausbildung auch zu großen Teilen aus dem Umgang mit Schusswaffen und Messern. Eines Tages beobachtet Alice, wie einer der Biter in einem Loch in der Erde verschwindet. Alice folgt ihm, denn schon lange hält sich das Gerücht, dass die Biter über geheime unterirdische Höhlengänge verfügen. So stößt sie auf ein Geheimnis, das sie in ein actionreiches Abenteuer katapultiert und ihr Leben und das der anderen Überlebenden des Totenlandes für immer verändert.
Gibt es eine weltweite Verschwörung, die das Ende der Menschheit zur Folge hatte? Was ist der Ursprung der untoten Biter? Und was hat es mit der mysteriösen Königin und ihrer rätselhaften Prophezeiung aus einem der letzten Bücher im Totenland auf sich – einem Buch namens »Alice im Wunderland«?

Wenn ich etwas besonders mag, sind es wenige Geburtswehen bei einer Story. Mainak Dhar – der Autor des Buches – wirft den Leser sofort in mitten die Geschichte, zieht die Vorstellung von Alice und ihrem Umfeld in einem extremen Tempo durch um dann sofort das (Zombie)Kaninchen auf Alice loszulassen und die ganze Story gehörig ins Rollen zu bringen.

Auch wenn es danach aussieht, die Geschichte um Alice im Wunderland wird nur als stützendes Gerüst benutzt. Es gibt zwar viele Anleihen an die Geschichte, aber sie überwiegen nicht. Zum Beispiel wird einer der Zombies (hier „Biter“ genannt) als „Hasenohr“ bezeichnet, während ein anderer Biter den Namen „Hutmacher“ bekommt – je nach Aussehen ihrer Bekleidung zum Todes- und Infektionszeitpunkt.

Wenn dieser Roman etwas aufweisen kann, dann ist es recht zügiges Tempo. Es vergehen nur wenige Seiten in denen mal nicht gekämpft oder geflohen wird, und selbst dann geschehen Dinge, welche wichtig für das große Ganze sind und auch nicht einfach quergelesen werden können.

Mainak Dhar benutzt hier die die Zombies in vollkommen ungewohnter Art und Weise. Sie sind nicht wirklich die Bösen und man bekommt trotzdem auch keine „Warm Bodies“ geboten. Biter ist und bleibt Biter, nur mit einem recht interessanten Twist, der diesmal die sonst Guten als zwielichtige Böse erscheinen lässt. Die Zombies sind hier eher etwas wie Tiere und die Gefahren aus der „guten alten Welt“ beherrschen weiterhin das Leben im Totenland.

Leider erlaubt sich der Autor ab und an auch einen Kontinuitäts Faux Pas. Zum Beispiel hat Alice bei ihrer ersten näheren Bekanntschaft mit den Bitern der Königin scheinbar langes, blondes und lockiges Haar, in das die Zombies greifen können. Ein paar Kapitel später trägt sie ihr Haar „kurz geschoren“, ohne dass ein Besuch beim Barbier erwähnt wurde und kurz darauf „wuschelt“ ihre Schwester durch die Mähne der titelgebenden Darstellerin.

Trotzdem konnte ich das Buch nicht wirklich aus der Hand legen. Auch wenn die Geschichte an sich abgeschlossen scheint, so ist bereits der zweite band beim Luzifer erschienen und es gibt noch weitere Erzählungen zu Alice.

 

 

Luzifer Verlag

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