Hobbit, Der

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Im friedlichen Auenland verbringt der Hobbit Bilbo Beutlin sein wenig abenteuerliches Leben. Bis eines Tages 13 Zwerge und der legendäre Zauberer Gandalf uneingeladen zum Tee kommen — von da an sind die geruhsamen Tage des behäbigen kleinen Hobbits vorbei. Ohne Hut und ohne Frühstück bricht er mit den Zwergen auf, um in einem fernen Land einen verlorenen Schatz wiederzugewinnen. Doch vorher begegnen sie Elben, Trollen, Orks und Riesenspinnen, durchwandern das Nebelgebirge und den Nachtwald, bis sie schließlich zum Einsamen Berg gelangen, wo der Drache Smaug den Schatz der Zwerge bewacht.

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Vor dem „Herr der Ringe“ war der Hobbit. Er bildet das Grundgerüst auf dem Tolkien seine spätere Welt mit aufbaute. Auch wenn er als Kindergeschichte zur guten Nacht von Tolkiens Kindern gedacht war, so eignet er sich auch vorzüglich zur Unterhaltung von älteren Lesern und Hörern. Diese Hörspiel eignet sich jedoch fast nur für die älteren Hörer.

Mit 28 Jahren auf dem Buckel ist es keineswegs antiquiert und sicher sehr nahe an einer Umsetzung des Stoffes wie Tolkien ihn sich gewünscht hätte. Aber es ist, meiner Meinung nach, doch recht steril geraten. Hat die spätere Radioproduktion des „Herr der Ringe“ die nötige Theatralik und Tiefe die ich erwartet hatte, so geht „Der Hobbit“ eher in leisen Tönen seinen Weg.

Die Sprecher lesen sich wie das Who-is-who der damaligen TV- und Radioszene und es geling ihnen auch die Charaktere recht lebendig zum Zuhörer zu bringen. Burgschauspieler Berhard Minetti ist die absolute stimmliche Inkarnation des eher bedachten „Gandalf“ im Hobbit. Horst Bollman „ist“ Bilbo und Wolfgang Spier, Friedrich Bauschulte und Rolf Schult sind vortreffliche Zwerge, aber leider ist der Rest doch recht spartanisch ausgestattet worden. Gerade die Schauspieler machen den Genuss des Hörens hier aus und ich würde dies alles weniger als Hörspiel betrachten sondern eher als eine sehr geglückte, wenn auch unglücklich untermalte szenische Lesung.

Die Geräusche sind fast allesamt mir Musikinstrumenten gemacht worden. Die Vögel – eine Wasserpfeife, die Haustür – ein Holzspiel, das Klopfen an der Haustür – ein Stakato auf einem Glockenspiel. Also nichts was der ganzen Sache hörtechnische Tiefe verleihen würde und teilweise auch recht seltsam anmutet. Ich möchte der Produktion in keinster Weise den hohen künstlerischen Anspruch absprechen, aber das wäre sicher auch vor 28 Jahren ein wenig mehr Innovation drin gewesen.

Großes Highlight der Produktion ist die Musik von Enno Dugend. Seine Kompositionen sind so stimmig das sie ein wenig das Flair von Mittelerde aufleben lassen, das ich durch die Klangkulisse so sehr vermisst habe. Das „Collegium Vocale“ aus Köln tut das seine dazu die Musik noch mehr zu vertiefen.

Die Covergestaltung ist passend gewählt. Viel grün zeigt sich im Booklet, welches mit einer Menge Informationen und Karten versehen worden ist.

Für freunde der Tolkienschen Unterhaltung die auch mal auf bombastische Soundgemälde verzichten könne und sich mit reiner Sprecherleistung zufrieden geben würde, ist die das richtige. Einen „Herr der Ringe“ sollte man jedoch nicht erwarten…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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