Karponikus und die verschwundenen Sterne

Karponikus

Der kleine Kobold Karponikus möchte unbedingt Weihnachten feiern. Ganz in Koboldtradition trifft er auch fleißig Vorbereitungen, nur beim Essen weiß er nicht weiter. Wo könnte der kleine Kerl bloß ein Weihnachtsplätzchen her bekommen? Das Kohlenmännchen weiß Rat, und für Karponikus beginnt ein wildes Weihnachts-Abenteuer…

Sprecher: Hartmut Neugebauer

1 CD, Spielzeit: 68 Minuten

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Karponikus ist ein Kobold welcher in einem Bergwerksstollen lebt und dort den Arbeitern stets mit Schabernack und ähnlichen Dingen den Alltag ein wenig erheitert. Er hat die Fähigkeit sich mit Hilfe einer magischen Kappe unsichtbar zu machen und so wissen die Arbeiter nichts von seiner Existenz. Als die Weihnachtszeit naht bringt die Frau des Vorarbeiters Weihnachtsplätzchen mit und jeder Arbeiter darf davon essen, auch Karponikus bekommt zufällig eines ab. Da ihm das Plätzchen so gut schmeckt, will er unbedingt Weihnachten feiern – doch benötigt er dafür auch ein Weihnachtsplätzchen. Da die Arbeiter nichts übrig gelassen haben macht er sich auf die Suche um ein Plätzchen zu finden. Doch gestaltete sich die Suche schwieriger als gedacht und er braucht Hilfe.

Wer den Titel „Karponikus und die verschwundenen Sterne“ liest, wird sich sicher über zwei Drittel der Spielzeit hinweg fragen wie dieser zu Stande gekommen ist. Zumeist geht es darum das der Kobold Weihnachten feiern möchte und die dafür benötigten Utensilien zusammen trägt. Die „verschwundenen Sterne“ kommen erst ganz am Schluss ins Spiel und eigentlich wäre der Titel „Karponikus will Weihnachten feiern“ angebrachter.

Die Geschichte an sich hat ein paar etwas auffällige Logiklöcher zu bieten. Sicher wird das jüngere Zuhörer nicht wirklich interessieren, doch mir, als älterem Kind, kamen schon ein paar Fragen beim hören in den Sinn. Wenn Karponikus schon länger im Stollen lebt, wovon ich ausgegangen bin, wieso entdeckt er erst jetzt Weihnachten? Wieso kennt er gewisse Weihnachtsbräuche und andere wiederum nicht? Wieso kennt er sich zwar in den Stollen aus, hat aber noch nie die Ratten oder das Kohlemännchen getroffen, welche dort auch seit langer Zeit leben?

So wirkt alles nicht wirklich wie aus einem Guss und die einzelnen Kapitel erscheinen eher als durch eine dünne Rahmenhandlung zusammengehaltene Einzelstückchen, denn wie eine wirklich stimmige Gesamtgeschichte.

Die Umsetzung ist jedoch sehr gut gelungen, oder zumindest der Großteil davon. Im Stollen hat Hartmut Neugebauers Stimme einen passenden Hall, sobald er einen Charakter dort spricht, und ansonsten sind auch eine Menge andere Geräusche und Raumklänge zu hören. Die unterlegte Musik ist ebenfalls ein Pluspunkt der Lesung, denn sie transportiert zusätzliche Atmosphäre in die ganze Sache hinein.

Hartmut Neugebauer versucht jedem Charakter eine individuelle Stimme zu verleihen. Das gelingt auch bei fast allen sehr gut, leider nur bei Karponikus selber nicht. Weniger Pumukel-Gekrächze hätte der Interpretation des Kobolds sicher besser getan. Auch wenn er nur „zwei Grubenlaternen hoch“ an Größe misst, so muss er ja nicht zwangsläufig auch eine extrem kratzige und hohe Quäkstimme haben um lebendig zu wirken. Bei den Hexen passt diese Stimmlage wiederum recht gut, und dort nervt es auch nicht so sehr weil ihr Auftritt nur recht kurz ist und nicht mit Stollenhall versehen wurde.

So ist diese Produktion eher für jüngere Kinder geeignet, als für erwachsenere Hörer, und kann diese sicher auch passabel kurzfristig unterhalten…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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