Tod und Teufel

Tod-und-Teufel

Köln, Anno Domini 1260. Jacop Fuchs, charmanter Dieb und Herumtreiber, wird beim verbotenen Pflücken der erzbischöflichen Äpfel Zeuge am Mord des Dombaumeisters. Doch auch er wurde gesehen, denn jeder, dem er die unglaubliche Tat erzählt, ist kurz darauf tot. Als Jacop begreift, welch ungeheuerliche Intrige hinter diesem Mord gesponnen wird, ist es fast schon zu spät.

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Frank Schätzing ist ein Allroundtalent. Nicht nur das er die Bücher schreibt, die dazugehörigen Cover entwirft und aus den Stoffen Scripte für Hörspiele macht – er führt die Produktion der Hörspiele auch noch selbst durch. Ob das immer der beste Weg ist, sei einmal dahin gestellt. Ein Autor kennt sein Werk in- und auswendig, jedoch kennt er es zu gut. Da wird an der Grundstory nicht viel herum gestrichen, sondern das meiste, was der Autor für wichtig erachtet, mit in das Hörspiel übernommen. So kommt es bei „Tod & Teufel“ auch zu ein paar Längen die hätten vermieden werden können.

Sicherlich sind die diversen Passagen dem Autor wichtig, aber der Zuhörer hätte auch darauf verzichten können, weil sie nicht direkt die Handlung voran treiben und auch nichts zum Flair des Hörspiels beitragen. Gut recherchiert hat er, der Herr Schätzing, zumindest vermute ich das mal. Die ganze Geschichte ist so stimmig, dass ich ihm alles abgekauft habe und davon ausging das es sich so zugetragen haben könnte. Alles wirkt real, die Beschreibungen von Ort und Personen ist sehr ausführlich und die Stimmung der damaligen Zeit wird auch überzeugend eingefangen.

Gert Köster als Erzähler einzusetzen ist für mich eher eine recht unglückliche Wahl. Sicher, das Hörspiel spielt in Köln und ein Erzähler mit leicht kölschem Akzent ist somit nicht verkehrt – doch wirkte er für mich, über die volle Länge des Hörspiels, doch sehr unmotiviert und ein wenig zu lahm, um wirklich Spannung zu erzeugen oder eine stimmige Atmosphäre zu vermitteln.

Auch waren die Betonungen teilweise recht seltsam platziert. Sein immer wieder durchbrechender kölscher Singsang, welchen ich sonst sehr gerne höre, wollte irgendwie nicht so recht zu allem passen. Alles in allem gibt dies mal wieder der Behauptung recht, das man nicht nur mit bekannten Namen arbeiten kann und sollte – sie müssen auch für solch eine Produktion geeignet sein und ein wenig schauspielerische Erfahrung, Einfühlungsvermögen und Stimmgewalt mitbringen.

Wie auch Cordula Stratmann sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, in ihrer Rolle als Hure „Maria“. Das was sie da vorträgt ist reinstes Ablese“. Da ist zwar ab und an etwas Rollenspiel mit vorhanden, dann aber so übertrieben das es in keinster Weise real und überzeugend wirkt.

Die anderen Sprecher, inclusive Frank Schätzig der in mehreren Rollen in Köln unterwegs ist, machen ihre Arbeit hervorragend. Besonders über die gute Sprecherleistung von Anke Engelke war ich verwundert. Meinte ich das jemand wie Frau Stratmann in der Lage wäre so eine Rolle gut hin zu bekommen, so dachte ich von Anke Engelke eher das Gegenteil – doch, wie man sich irren kann. Stakst Frau Stratmann durch ihre Interpretation der Hure, so lebt sich Frau Engelke in der Rolle der „Richmodis“ richtig aus.

Die Musik ist eines der Highlight dieser Produktion. Auch wenn sie mich teilweise, in der einzelnen Instrumentierung und besonders den Gitarrenstücken, etwas an das Videospiel „Diablo“ erinnerte – wobei der Vergleich mit dem Diablo ja noch recht passend ist bei einem Titel wie „Tod & Teufel“. Die Stücke wiederholen sich recht häufig und man kann die Vorliebe von „Dudelsäcken“ in der Musik von Schätzing/Wesselburg entdecken. Ein Stück erinnerte mich sehr an die am häufigsten eingesetzte Melodie aus „Der Schwarm“. Nicht das es störend gewesen wäre, mir fiel nur die Ähnlichkeit auf.

Der größte Minuspunkt dieser Produktion sind die ellenlangen Erzählerpassagen, die nur ab und an mal durch eine längere Spielszene unterbrochen werden. War dies schon bei „Der Schwarm“ ein Knackpunkt, so stört es hier noch um so mehr. Actionreiche Szenen werden von Gert Köster herunter gebetet und verlieren so alle Spannung und interessanten Momente die sie aufweisen könnten. Das ganze hätte wesentlich schneller abgehandelt werden können – sicher in der Hälfte der Spielzeit und wäre dann auch doppelt so interessant geworden.

Es ist trotzdem recht opulent was Schätzing/Wesselburg hier abliefern, wenn auch mit vielen mittelprächtigen „Muß nicht sein“. Richtigen Zugang zu „Der Schwarm“ bekam ich auch erst nach dem zweiten hören und ich vermute das es mit „Tod & Teufel“ genau so sein könnte. Aber nach dem ersten Hören bin ich nicht so angetan wie ich erhofft hatte…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert