03 – In der Klemme

Sunset-03

Curtis wird von seinem rachsüchtigen Nachbarn in einem Plastikkabinenklo lebendig begraben… Bei Scott tauchen immer wieder Dinge von Opfern der Anschläge vom 11. September auf, Dinge, die er einfach nicht loswird… John wird Zeuge, wie in einer Raststättentoilette eine Frau verprügelt wird – und greift viel brutaler ein, als er es sich selbst zugetraut hätte…

Sprecher: Michael Mendl

5 CD, Spielzeit: 361 Minuten

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Im dritten Teil der der Vertonung von Stephen Kings neuster Kurzgeschichtensammlung spielt der Meister wieder mit vielen Ängsten die man auch selber nachvollziehen kann. In der längsten Story „In der Klemme“ beschreibt King das Dilemma des „lebendig begraben werdens“. Doch geht es nicht nur darum den Körper zu bestrafen, sondern während der Geschichte stellen sich noch viele andere Dinge heraus die wir seelisch selbst begraben, obwohl wir noch lebendig sind.

In der zweiten Story verarbeitet King den wohl aktuellsten Albtraum des Großteils der Amerikaner: Den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001. danach erlebt man seine Ansichten zum Thema „Gibt es ein Leben nach dem Tod“ und zum Schluss erneut mit dem Gewissenskonflikt konfrontiert zu werden ob man denn selbst Zivilcourage besitzt oder nicht.

Alles in allem war „Sunstet“ bisher ein bunter Mix aus bekannten Spielplätzen und neuen Jagdgründen die King für sich entdeckt hatte. Umso mehr dachte ich das jemand wie Michael Mendel sicher eine ausgezeichnete Wahl sein würde solche Geschichte lesend zum Leben zu erwecken…

…doch ich hatte mich wie selten geirrt. Schon nach den ersten paar Minuten von „In de Klemme“ stellte sich bei mir Ernüchterung ein, denn der sonst so hervorragende Schauspieler liest so vor, das sich die Geschichten eher in das Hirn des Zuhörers quälen denn das sie leicht und ergreifend zum tragen kommen. Fast jeder Satz scheint für Mendel eine Qual zu sein und die Geschichten scheinen ihm ebenfalls nicht wirklich zu liegen, was er durch umständliche Pausen, falsche Betonungen und teilweise sogar Absetzen der Sprachflusses heraus lässt. So ist der letzte Teil der Kurzgeschichtenvertonungen auch der schlechteste, denn nachdem man sich durch diese Lsesung gearbeitet hat, weiß man die Anstrengungen der beiden Thalbach-Damen und Herrn Groth noch mehr zu schätzen.

Gute Storys ohne jedes Leben und ohne jede Liebe zum Detail vorgetragen…Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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