18 – Krypta

MiS 18Bei Restaurationsarbeiten in einem Kloster kommt es zu einer Gasexplosion. Die Kunst- und Kirchenexpertin Charlotte Jansen und der Handwerker Martin Weiland werden verschüttet und suchen verzweifelt nach einem Ausgang. Dabei stoßen sie auf unterirdische Gänge und Symbole des legendären Templerordens. Als versteckte Fallen zuschnappen, beginnt tief unter dem Kloster der Kampf ums Überleben…

TrennstrichDie Tempelritter, der immer noch von Mythen umrankte Orden der Kriegsmönche im ritterlichen Dienste des Glaubens, geben immer noch eine Menge Stoff an Theorien her, welche von großen Schätzen bis hin zu übermächtigen Sagendingen reichen.

Nun haben sich auch Markus Topf und Christopf Piasecki ans Tatzenkreuz der „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“ gewagt und versucht dem Thema eine neuerliche Wendung abzuringen.

Zu erst sei einmal erwähnt, das es Markus Topf erneut gelingt eine spannende Geschichte innerhalb von einer Stunde zu erzählen, für die andere Schreiber sicher mehr Raum und Zeit benötigt hätten. Er stutzt die recht umfangreiche Grundhandlung zu straff zusammen, das man am Ende des Hörspiels nicht das Gefühl hat, irgend etwas wäre zu kurz oder gar oberflächlich abgehandelt worden.

Die Geschichte entwickelt recht schnell einen ansehnlichen Spannungsbogen, welcher gleichbleibend gehalten werden kann, auch wenn die Auflösung des Ganzen diesmal keine großen Verwunderer erzeugt. Muss sie auch nicht, denn hier ist es der Weg, welcher zu unterhalten weiß und nicht das Ziel, welches sich aus der genauen Charakterstudie der beiden Hauptprotagonisten zwangsläufig ergibt.

“Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.” Diesen Leitfaden des griechischen Philosophen Epikur kann man auf die „Krypta“ anwenden, denn hier wird nur das auch genutzt was für die Geschichte benötigt wird: wenige Sprecher = ein Hauptcast von 2 Stimmen und ein Nebencast von 3 Stimmen, opulentes Sounddesign, chorale Klänge als Untermalung des ganzen Kirchenschauspiels und eine Inszenierung die sich wieder gewaschen hat – und zwar mit allen Wassern.

„Krypta“ ist ein – Achtung, Einsatz einer meiner Lieblingsplattitüden – klaustrophobisches Kammerspiel, welches mit seiner spartanischen Besetzung in jeder Hörspielminute kokettiert. Arianne Borbach und Mark (Peter Lundt – Blinder Detektiv) Bremer ächzen, stöhnen und spielen sich unter der bekannt gut geführten Regie von Christoph Piasecki die Seele aus dem Leibe. So erzeugen zwei Stimmen mehr Atmosphäre in diesem Hörstück, als es 1234 Kollegen in anderen Produktionen teilweise vermögen.

Borbach und Bremer geben ein gutes, von der ersten Minute an, gegensätzliches Gespann ab, welches die versteckten Charakteristika ihrer Rollen erst dann hervorblitzen lassen, wenn Markus Topf seine Wendung für nun als notwendig erachtet. Und dann wären dann noch Eckart „Ecki“ Dux als Geistlicher, Till Hagen als Radiomoderator und David Weyl als nerviges Kind zu vermelden.

Hab ich noch was vergessen?

Ach ja, Kito Sandberg, der alte Exil-Kanadier, lässt mit der Auswahl des Coverbildes alles erhoffen, nichts versprechen, aber dennoch alles zu halten, was sich dann auf der CD dem geneigten Käufer darbietet. Mit dem Mann hat Contendo Media einen Glücksgriff in die Grafikkiste getan!

Noch was?

Interessante Story – check, nettes Ende – check, gute Sprecherauswahl – check, opulente Soundkulisse – check, gut platzierte und passende Musikuntermalung – check, Ermüdungserscheinungen nach achtzehn Hörspielen innerhalb der Serie – uncheck!

Des hörens Wert, nicht umgekehrt.

Soundsystem-BLAU

 

Thomas Rippert
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