Lukes 2 Cents zu „Eine Lanze, für POP gebrochen!“

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Ültje-Werbung, in der ein Pee Wee Herman-Lookalike seine Erdnussmessage mit einem Song an den Verbraucher brachte? Wer sich erinnert, der mag folgendes in der Melodie des Songs singen…

Sie jammern und sie klagen,

sie heulen und sie schrein,

über Abverkäufe, die mehr wohl könnten sein.

Sie kritteln und auflegen,

dem Käufer ihre Schmach,

das nicht sie können leben, von ihrem Handwerk. Ach?

Es geht, mal wieder, um Hörspiele, deren Produzenten und deren Verhalten dem Konsumenten gegenüber – ausnehmend Kleinlabel angesprochen, denn die letzten, noch existierenden, Biggies zeigen solche Zuckungen nicht.

Einige löschen Kritik sofort mit einer Vehemenz aus der virtuellen Welt, wie man sie sonst nur bei Raubtieren sehen kann, welche ihren Nachwuchs verteidigen. Einige beschränken sich auf E-Mails mit fragwürdigen Kontexten, wenn man nicht nach ihrem Gusto redet. Und alle geben sie dem Endverbraucher die Schuld daran, nicht vom Verkauf ihrer Hörspiele leben zu können. WTF?

Lässt man einmal den Umstand vollkommen außer Acht, das niemand Irgendjemanden dazu zwingt seinen Lebensunterhalt durch die Produktion von Hörspielen zu bestreiten, so ist es für mich extrem verwunderlich das genau diese Label genau die Plattform nicht bewerben, welche für sie eigentlich ein Portal mit großer Außenwirkung darstellt: www.pop.de!

Da wird der eigene Shop beworben, klar 100% an den Macher (verständlich), und dann kommen die Blutsauger Amazon, Bol, Weltbild und wie sie sonst noch alle heißen mögen. Und das von Labeln, deren Abverkäufe sich zum großen Teil durch Internetwerbung und deren dortige Präsenz zusammensetzen mögen – denn man findet sie kaum in den Medienmärkten und wenn, dann werden sie kaum bis gar nicht wahr genommen.

Der Freak, Hardcorefan, Hörspieler (das klingt immer wie jemand der in den Ohren herum fingert) oder Audio-Otaku kauft nicht auf dem Saturn oder schlägt regelmäßig im Media Markt auf. Er kauft zumeist virtuell ein, um überhaupt seine Nischenware zu bekommen, denn auf dem Saturn atmen Burns und Konsorten JustusPeterBob nicht die lebenserhaltende Euroluft weg, da sie dort nicht wirklich existieren oder beim Personal ein Begriff sind.

Wieso also gerade pop.de ausklammern? Den Shop bei dem der Fan im Mittelpunkt steht!

Das die Popper Geld verdienen wollen mit dem was sie tun, stelle ich einfach mal ganz weit in die Ecke, in der die Dinge stehen über die ich lächeln muss. Würde dies die Absicht von Andreas und Co. sein, so hätten sie sich definitiv die falsche Profession ausgesucht, denn mit einem Onlinehörspielshop wird man kaum zum Millionär.

Warum also machen die das? Geltungssucht, so wie viele Hobbyhörspielmacher? Nö, ich denke nicht! Zu viel Freizeit? Nope, ebenfalls falsch gedacht! Erhalten und beleben des Fandoms einer Medienart, welche in D als Nischenprodukt und Kinderkram belächelt wird? Jap, das isses wahrscheinlich!

Und nochmal: Warum also in Facebookankündigungen, der eigenen Webseite oder wasweisichdenn diese Verkaufsmöglichkeit explizit ausklammern?

Für mich erklärt sich dies nur durch den Aufprall des wolkenkuckucksheimschen Narzissmus diverser Kleinlabelchefs mit der Verkaufsrealität der schenefeldschen Popper…

Aber das sind nur meine 2 Cents…

Kommentare erwünscht…

Soundsystem-BLAU

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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