Wenn der LARRY erstmal BRENNT…

Zu viele Köche verderben den Brei, so man denn Brei mag. Doch gilt das nicht für alle Bereiche des Lebens! Zum Beispiel ist der „Grilled Beef Barbeque Porn Whopper“ von Burger Duck besser als der „Double Cheese & Maccaroni Erection Burger“ von McDowells – dennoch belebt hier die Konkurrenz das Geschmacksgeschäft. Oder so ähnlich…

Das gleiche gilt auch für Hörspielproduktionen. Doch kommt es nur sehr selten vor, das zwei unterschiedliche Hersteller das selbe Produkt in Lizenz herstellen können um somit dem Markt der willigen Käuferschaft die Möglichkeit bieten zu wählen zwischen Burger Duck und McDowells.

lb039Im Verlauf des weiteren Gebrabbels werde ich sicher ein paar Namen nennen, aber nur von den Menschen/Herstellern/Kommentatoren bei denen ich mir sicher sein kann nicht sofort verklagt zu werden oder mit ähnlich drakonischen Mailbestrafungen zu rechnen. Auch werde ich nur Bildchen von denen einfügen, die mir wohl gesonnen sind und nicht sofort das Schafott aufbauen. Es ist manchmal einfach mental blitzschnell zu kalt in der Kiste, wenn es um Kritikfähigkeit und Selbstwahrnehmung geht. Ihr versteht wen ich meine. Wobei das auch schon zur Klage reicht?

Sei´s drum… mögen die Spiele nun beginnen…

Ca. 1968 erdachte der damalige Trivialliteraturautor Jürgen Grasmück diverse Gestalten, welche er unter dem Oberbegriff „Larry Brent“ ans romaheftverschlingende Volk zu bringen gedachte. Gedacht, getan, und die Geburtsstunde einer der schillerndsten Figuren des Romanheftgrusel ward geboren und ins Licht der Kiosköffentlichkeit geworfen.

Der Rest ist Geschichte. Die ganzen Printneuauflagen außer Acht gelassen, erinnere ich mich an die Hörspiele aus dem Hause Europa, welchen einen Larry-Sprecher hatten, der mir stets zu aalglatt und schleimig agierte und Larry eher als watteweichen Ikchweissnichtwas erscheinen ließ, denn als knallharten Lady´s Man mit Laserwaffe im locker sitzenden Holster.

Und wieder skippe ich die weiter erscheinenden, blitzschnell herunter gerotzten Printneuauflagen und neu erdachten Schockerstorys um mich dann dem zu widmen, was sich in der Jetztzeit so ereignet um den Agenten mit dem PSA-Ring am Abzugfinger.lbhb-01

Zuerst ein Zitat des Weisen Pediater aus dem Lande Wiki:

„Durch Russel & Brandon Company wurde 2012 ein Zweiteiler mit den Folgen „Die Rückkehr“ und „Zombies im Orient-Express“, die auf dem Roman Nr. 110 „Zombies im Orient-Express“ basieren, veröffentlicht. Ebenfalls in 2012 veröffentlichte Russel & Brandon Company die Folgen „Die Wahnsinnsbrut des Dr. Satanas“ sowie „Party im Blutschloß“. Ein halbes Jahr später startete die Romantruhe ebenfalls eine neue Reihe mit Vertonungen, die aber nicht auf den Originalromanen, sondern neu geschriebenen Bücher aus dem Blitz-Verlag basieren. Die Reihe konnte aber die Originalsprecher der alten EUROPA-Hörspiele gewinnen. Seit Folge 6 im Jahr 2014 erscheint die Reihe beim Verlag WinterZeit als Larry Brent Classics.„

Nun mag man zu den Produktionen der R&B Company stehen wie man will – sie sind pure Unterhaltung von der heftigen Art, daran gibt es nichts zu rütteln. Ich mag – außer dem Longdong – alles was da so aus deren Studio in die Außenwelt drängt und somit schafften es auch Simeon und Wolfgang mir DEN Larry zu machen den ich gerade irgendwie brauchte. 91XkIZivfXL._SL1430_

Von den Produkten der anderen Hersteller kenne ich nur eine einzige Ausgabe und die erschien mir auch nicht wie ein Hörbuch, eine inszenierte Lesung mit Mucke und Explosionen, sondern eher ein durch Erzähleranteil x 1234 gestrecktes Hörspiel. Außerdem agiert dort der watteweiche Ikchweissnichtwas-Larry, den die Kassettenkinder ja so lieben und verehren und der von mir so gar nicht gemocht wird. Zur Erklärung: Liebe Hörspieler, ich disse hier nicht den Sprecher (der ein Profi ist und stets das abliefert was die Regie gerne hätte) sondern dessen Darstellung des Agenten, welche mir von R&B eben einfach besser gefällt. Nur bevor man wieder in den Tenor verfällt ich würde mit Pupu auf Hörspielpersonal schießen… Die wirklich Hörbücher gab es nur von Europa selbst, bisher.

Bei allem anderen diesbezüglich muss ich auf die Meinung der multimedialen Volksverhetzer des Zauberspiegels verlassen, welche den Labeln und Buchdruckern so gerne den Spiegel vorhalten in dem diese sehen was ihnen so nicht wirklich ins subjektiv erschaffene Bild passt: Die eigene braungebrannte, ländlich angehauchte Unzulänglichkeit in der Welt der großen Jungs und Mädchen. So stelle ich mich dann auch seitenweise neben Horst Hermann von Allwörden und Stephan Gewalt – eben bereits erwähnte multimediale Volksverhetzer des Zauberspiegels – welche ich zärtlich Stevie und Hottie nennen darf!

Nun finde ich es nicht weiter schlimm, wenn sich am Markt diverse Produktionen tummeln, welche ein und das selbe Grundbild haben. Doch ist scheinbar gerade beim Larry… und dem Macabros… und dem Butler Parker… nicht so wirklich klar wer denn nun die Rechte hat was zu veröffentlichen und wer die Rechte hat die Rechte zu vergeben und wer nicht das recht hat beides zu tun und wer über diese Rechte richten wird.

lb05Beim mittlerweile in (fast) jedem Hobby- und Profilabel mit einem Raptus verpassten Sherlock Holmes ist klar das er Open Source ist und das man mit ihm machen kann was man will, wenn man kann. Das nutzen denn auch viele Menschen gut und gerne aus, um sich ein wenig Mammon zu verschaffen, denn Sherlock ist ja des Deutschen liebstes Krimikind – auch wenn er für mich in jeder Inkarnation ein Komagarant ist.

Nun mag ich auch gar nicht über die einzelnen Produktionen vom Larry in medias res urteilen, denn dafür kenne ich sie zu wenig. Außerdem wäre es fair mir Parteilichkeit zu unterstellen, denn ich liebe den Larry der R&B und ich mag den Simeon Hrissomallis einfach als Mensch. Punkt!

Außerdem würde dann auch sicher wieder die Kälte Nordrhein-Westphalens über mir zusammen schlagen und mich mit Verbannungen aus dem Paradiese belegen. Selbst wenn man deren „Dunklen Flughund“ als richtig gute Produktion erachtet und dies auch äußert – trotzdem ist man „El Enema Numero Uno Honcho – Der Hasskäse“. WTF? WSE!

Und so geht es scheinbar nun in diverse Katakomben der Rechtssprechung mit dem Larry, denn herrscht drastische Uneinigkeit über scheinbar viele Faktoren im Leben des PSA-Mannes. Nötig ist so etwas eigentlich nicht, wenn man in der Lage wäre sich nicht selbst als Kunstgott zu betrachten und einfach auf den Boden der finanziellen Tatsachen zu blicken. Das ist nur meine Meinung. Inflated Ego – nennen das die Amerikaner. Selbstüberschätzung, sagen die Deutschen.lbk-01

Der Leidtragende bei der ganzen Angelegenheit könnte jedoch der Konsument sein. Das Kassettenkind, welchem man seinen watteweichen Ikchweissnichtwas-Larry weg nimmt – auch wenn es noch auf die Kassetten des letzten Jahrtausends zurück greifen kann – und der Newliker, der dann seinen neuen Larry nicht mehr stöhnen, schießen und dümmliche Sekretärinnen verputzen hören könnte. Das ist sicher der Supergau-Fall, welcher nicht eintreten wird da man ja den Euter vom Larry noch weiter melken möchte, doch möglich wäre es.

Vielleicht wäre es an der Zeit, den kälteren Gemütern dieses Klingelspiels einfach mal an die gothic-geschwärzte Brust zu legen sich nicht mehr als Bastion des Hörspielglaubens in einem von Ungläubigen verseuchten Landes zu sehen, sondern einfach mal menschlich zu werden/bleiben und sich mit Nähe an den vermuteten Hassgegner zu wagen – ohne sich hinter braungebrannt verlegten Hecken zu verbergen, welche durchsichtig geworden sind durch einen Blitzeinschlag!

Man kann auf alles verzichten und jeder ist ersetzbar – also auch jeder Larry – doch muss es ja nicht sein.

Die Rechte der jeweiligen Bilder liegen bei deren Eigentümern!

Soundsystem-BLAU

Thomas Rippert

Geboren 1966 in Solingen, interessiere ich mich seit frühster Jugend für Bücher, Comics, Filme, Hörspiele, Musik und alle anderen Medien, welche zur Unterhaltung dienen können.

Ich lebe seit 2007 in Hannover - einer Stadt, welche viele Möglichkeiten zum Ausleben des Hobby anbietet.

Kommentare zu konsumierten Medien verfasse ich seit 2007, mal mehr, mal weniger intensiv.

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